Kurzporträt Florian Gerster
Im neuen Kabinett von Ministerpräsident Beck übernahm Gerster das Amt des Ministers für Arbeit, Soziales und Gesundheit und blieb auch nach der Wiederwahl Becks am 20. Mai 1996 auf diesem Posten.
Gerster mahnte wiederholt eine Modernisierung des Sozialstaates an. In seiner Eigenschaft als Landesminister übte er teilweise heftige Kritik nicht nur an der amtierenden Bundesregierung, sondern auch an der eigenen Partei.
In zwei Strategiepapieren zur Sozialpolitik 1996 bemängelte er unter anderem die fehlende "konkrete Lösungskompetenz" der Bonner SPD in sozialen Fragen. Diese "lasse sich von der Bundesregierung durch die sozialpolitischen Themen jagen und gebe dazu trotzige Erklärungen ab".
Nach dem Regierungswechsel in Bonn Ende Oktober 1998 kritisierte Gerster die von der rot-grünen Regierung verabschiedete Neuregelung der 630-Mark-Jobs und griff in die Debatte um eine Reform der Alterssicherung mit dem Hinweis ein, daß auch Rentner ihren Beitrag zur Finanzierung leisten müßten.