Labortechnik: Bayer verkauft Sparte an Siemens - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Labortechnik Bayer verkauft Sparte an Siemens

Der Bayer-Konzern will seine Diagnostika-Sparte für 4,2 Milliarden Euro an Siemens verkaufen. Der Übernahme durch den Münchener Technologie-Konzern habe der Bayer-Aufsichtsrat heute zugestimmt. Zudem verlängerte das Unternehmen die Verträge seiner Vorstände.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Leverkusen - Mit der Entscheidung setze man die Strategie zur gezielten Ausrichtung der Gesundheitssparte konsequent um, teilte das Unternehmen am Abend mit. Man wolle sich auf Arzneimittel für Mensch und Tier sowie auf verbrauchernahe Produkte konzentrieren, erklärte Bayer-Vorstandschef Werner Wenning.

Der Geschäftsbereich Diagnostika konzentriere sich aber vorwiegend auf die Felder Hardware, IT-Vernetzung und Geräteservice. Das Unternehmen sei deshalb davon überzeugt, dass sich der Bereich mit Laborgeräten bei einem auf Medizintechnik spezialisierten Unternehmen wie Siemens langfristig besser entwickeln könne.

Siemens-Vorstand Klaus Kleinfeld sagte, mit der Übernahme entstehe in der Gesundheitsindustrie zum ersten Mal ein integriertes Diagnostikunternehmen. Es verbinde bildgebende Diagnose, Labordiagnostik und klinische Informationstechnologie unter einem Dach. Siemens hatte Ende April die Übernahme der amerikanischen Diagnostic Products Corporation 8DPC) angekündigt.

Die Transaktion zwischen Bayer und Siemens solle voraussichtlich im ersten Halbjahr 2007 abgeschlossen sein. Die Bayer-Sparte Diabetes Care sowie das Schering-Geschäft mit Kontrastmitteln seien von dieser Transaktion nicht betroffen. Diese beiden Bereiche seien nach der vereinbarten Fusion mit Schering ein wesentlicher Bestandteil der künftigen Bayer Schering Pharma AG.

Zugleich gab Bayer bekannt, dass es den Vertrag von Vorstandschef Werner Wenning bis 2010 verlängert habe. Die Verträge von Finanzvorstand Klaus Kühn und Arbeitsdirektor Richard Pott wurden um jeweils fünf Jahre bis 2012 verlängert.

bri/AP/dpa/Reuters