Ladenöffnung Regierung will langen Samstag
Berlin - Die neue Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, Margarete Wolf (Grüne), plädiert nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" für längere Ladenöffnungszeiten und will bis Jahresende eine entsprechende Regelung erreichen. Sie halte einen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Positionen von Handel, Gewerkschaften und Verbraucherinteressen für möglich, sagte Wolf dem Blatt.
Ein solcher Kompromiss könne darin bestehen, dass die Läden an Samstagen bis 18 oder 20 Uhr geöffnet bleiben könnten. An Werktagen sollte es keine Änderung geben, an Sonntagen sollten die Geschäfte, abgesehen von Ausnahmen, geschlossen bleiben. Derzeit können die Läden an Werktagen zwischen 6 und 20 Uhr geöffnet bleiben. An Samstagen ist eine Öffnung bis 16 Uhr möglich.
Mit dem von ihr umrissenen Kompromiss müsste nach den Worten der Staatssekretärin, die für Mittelstandsfragen zuständig ist, auch der Einzelhandel zufrieden sein können. Dieser hatte bislang eine weitere Liberalisierung bis hin zur Freigabe der Öffnungszeiten gefordert, während die Gewerkschaften sich dem verweigerten. Auch bei den Bundesländern gibt es zum Thema Ladenschluss unterschiedliche Positionen. Die Mehrheit hat sich aber ebenfalls für eine Lockerung des Ladenschlussgesetzes ausgesprochen.
Neben längeren Öffnungszeiten am Samstag erwägt Wolf dem Bericht zufolge auch weitere Ausnahmen für die Regelung der Ladenöffnungszeiten für Kleinbetriebe mit bis zu fünf Beschäftigten. Damit sollten Kleinhändler Vorteile in Nischenbereichen erhalten. "Sie könnten dann ganz früh oder spät ihre Läden offen halten und sich von den Handelsketten absetzen", sagte Wolf.