Landesbank LBBW schafft es aus den roten Zahlen
Stuttgart - Die größte deutsche Landesbank LBBW ist zu Jahresbeginn in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im ersten Quartal sei ein Gewinn von 236 Millionen Euro erzielt worden, teilte die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) am Mittwoch mit. Das operative Ergebnis belief sich auf 360 Millionen Euro.
Ein Vergleich mit dem ersten Quartal des Vorjahrs ist nur bedingt möglich, da die LBBW zum ersten Mal Quartalszahlen vorlegte. Im Vorjahreszeitraum betrug der Verlust 514 Millionen Euro, teilte die Bank mit. Im gesamten Jahr 2008 fuhr die LBBW wegen Wertberichtigungen im Kapitalmarktgeschäft einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro ein.
Vorstandschef Siegfried Jaschinski sprach von einer "sehr zufriedenstellenden Entwicklung". Er warnte aber gleichzeitig vor überzogenen Hoffnungen für das Gesamtjahr. Es werde weiterhin große Herausforderungen mit sich bringen. Die Belastungen durch die Finanzmarktkrise beliefen sich bei der LBBW im ersten Quartal auf 150 Millionen Euro. Sie seien aber durch die operativen Erträge ausgeglichen worden.
Im März beschlossen das Land Baden-Württemberg, die Landeshauptstadt Stuttgart und die Sparkassen ein Fünf-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Bank. Der Landtag hatte damals einstimmig beschlossen, dass die LBBW-Manager bei roten Zahlen künftig höchstens noch 500.000 Euro jährlich verdienen sollen.
Für den Verlust wird unter anderem Jaschinski von der im Südwesten mitregierenden FDP mitverantwortlich gemacht. Der Koalitionspartner ist deshalb gegen eine Vertragsverlängerung für den Vorstandschef. Die Liberalen verlangen einen Neuanfang. Sie machen das zur Bedingung, damit sie einer Landeslösung zur Abschirmung von riskanten Wertpapieren bei der Bank in Höhe von 12,7 Milliarden Euro zustimmen. Die Personalie Jaschinski wird auf der Trägerversammlung am kommenden Freitag in Stuttgart beraten. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte sich in der Vergangenheit hinter Jaschinski gestellt.