Landesbanken Fusion im Süden geplant
Berlin - Das "Handelsblatt" meldet unter Berufung auf Eigentümerkreise, die Landesregierungen in Stuttgart und München loteten bereits Details einer Fusion der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und der BayernLB aus.
Seit zwei Wochen fänden intensive Gespräche statt, bei denen auch schon Detailfragen behandelt würden. So solle es zwei Firmensitze in München und Stuttgart geben. BayernLB-Chef Werner Schmidt soll demnach die ersten beiden Jahre den Vorstandsvorsitz einnehmen. Danach würde LBBW-Chef Siegfried Jaschinski das Ruder übernehmen. Eine Dreierfusion der beiden Banken einschließlich der nordrhein-westfälischen WestLB gelte dagegen wegen der "großen Komplexität" als unwahrscheinlich.
Dem hat auch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers (CDU), eine Absage erteilt. Er forderte eine Überarbeitung der Geschäftsmodelle aller Landesbanken. "Es muss nicht nur ein Geschäftsmodell für die WestLB her, sondern für alle Landesbanken", sagte er der "Financial Times Deutschland". Sonst fehle die Voraussetzung für Zusammenschlüsse von Landesbanken.
Bei der Entwicklung eines überzeugenden Geschäftsmodells für die WestLB sieht Rüttgers den Vorstand in der Pflicht: "Es ist die Aufgabe des Vorstands der WestLB, nun nach einem tragfähigen Geschäftsmodell zu suchen", sagte er. Der Schlüssel zum Erfolg sei das Mittelstandsgeschäft.
Rüttgers kritisierte die Eigentümer der LBBW sowie den Präsidenten des in Berlin sitzenden Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Heinrich Haasis, für ihre Fusionsbestrebungen. Haasis hat sich für einen Zusammenschluss von WestLB und LBBW ausgesprochen. "Die Strategie, die ich von manchen aus Stuttgart und Berlin höre, ist: Wir haben zwar alle kein Geschäftsmodell, aber jetzt machen wir eine schöne, große Bank wie die Deutsche Bank", sagte Rüttgers. Einige Personen wollten sogar eine "Bank deutscher Länder", in der alle Landesbanken vertreten seien.
Das Land Nordrhein-Westfalen werde sich an einer solchen Großbank nicht beteiligen. "Wir halten eine solche Großlösung nicht für tragfähig, solange wir kein ordentliches Geschäftsmodell dahinter sehen", sagte der Ministerpräsident.
esp/AP/dpa/ddp