Langer Samstag Reich und Jung bringt Umsatzplus
Düsseldorf - Die Erlöse würden keinesfalls nur von den übrigen Werktagen auf den Samstag verlagert, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa und der Mediaagentur HMS & Carat, die 1012 Kunden befragten. Berufstätige und Besserverdienende nutzen die längeren Öffnungszeiten überproportional.
Vor allem Geschäfte in Großstädten profitieren von den Öffungszeiten am Samstag bis 20 Uhr, schätzt der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE). Laut "Handelsblatt" konnten einzelne Unternehmen dort ihre Umsätze um 10 bis 30 Prozent steigern. Ländliche Regionen und Kleinstädte hätten vom langen Samstag dagegen wenig. Einige Geschäfte dürften sogar Umsatzeinbußen verzeichnen.
Ob gekauft wird oder nicht liegt jedoch sogar nach HDE-Einschätzung weniger an den Öffnungszeiten, sondern am Geld im Portemonnaie. Der Studie zufolge wächst die Zustimmung der Verbraucher zu den verlängerten Öffnungszeiten mit der Höhe ihres Haushaltsbudgets. 39 Prozent der Kunden mit einem Einkommen über 3000 Euro erklärten, sie nutzten den verlängerten Samstag gerne zum Einkaufsbummel. Bei den weniger Betuchten mit einem Einkommen unter 1500 Euro gaben dies nur 28 Prozent an.
Besonders die Unter-30-Jährigen ziehe es am späten Samstag zum Einkaufen, berichtet die Studie. Die Verbrauchergruppe gilt als besonders konsumfreudig. Ein Drittel kaufte nach eigenen Angaben samstags in der Zeit nach 16 Uhr ein.
Das weckt beim Handel Begehrlichkeiten: Die Debatte um längere Öffnungszeiten dürfe mit dem langen Samstag noch nicht beendet sein, sagte Kaufhof-Chef Lovro Mandac. Es sei wettbewerbsverzerrend, dass am Leipziger Bahnhof die Geschäfte rund um die Uhr geöffnet hätten, ein paar Meter weiter Kaufhof jedoch um 20 Uhr schließen müsse.
Kaufhof hat vor dem Bundesverfassungsgericht Klage gegen das Ladenschlussgesetz erhoben, die am 4. November verhandelt wird. Würde der Konzern gewinnen, könnten die Geschäfte dann auch an Sonntagen öffnen. Die Kirchen und Gewerkschaften haben für diesen Fall schon ihren Widerstand angekündigt.