»Langweiliges Wachstum« - DER SPIEGEL
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KONJUNKTUR »Langweiliges Wachstum«

• aus DER SPIEGEL 19/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die von der Börse vor zwei Monaten vorweggenommene konjunkturelle Erholung war ein Strohfeuer. Mittlerweile gehen viele Volkswirte davon aus, dass sich die Wirtschaft, auch in den USA, im dritten Quartal wieder deutlich abschwächt - ohne allerdings ins Minus zu rutschen. Diese Zickzackkurve nach oben ist ein relativ gängiges Muster nach einer Rezession. Bis der Aufschwung wirklich da ist, kann noch einige Zeit vergehen. »Wir werden in den nächsten Quartalen auf das Jahr gesehen ziemlich langweilige eins bis 1,5 Prozent Wachstum sehen«, sagt beispielsweise Martin Hüfner, Chefvolkswirt der HypoVereinsbank - den die Tatsache stutzig macht, dass derzeit alle Experten ganz ähnliche Werte prophezeien. »Das ist oft ein Indikator, dass alles ganz anders kommt«, so Hüfner. Ein mögliches Überraschungsszenario ist ein Wertverlust des Dollars, der das Wachstum sogar weiter abschwächen würde, doch auch seine guten Seiten hätte. Die Inflation würde vor allem durch billigeres Öl gebremst und das Zinsniveau eher noch weiter nach unten gedrückt. Auch der Börse könnte ein erstarkender Euro Impulse geben: Denn große institutionelle Anleger würden ihr Geld aus den USA abziehen - und in Europa investieren.

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