BÖRSEN Latino-Schnäppchen
Im Sog der Nasdaq haben auch die meisten südamerikanischen Börsen kräftige Wertverluste erlitten. Die Aktienmärkte von Brasilien und Mexiko, die in großem Maße ausländische Investoren anziehen, waren von dem Kurssturz besonders betroffen - obwohl ihre volkswirtschaftlichen Daten mit denen der USA kaum zu vergleichen sind. Bankanalysten sehen deshalb in Lateinamerika große Chancen, vor allem für unterbewertete Titel. Ganz oben auf der Liste der Latino-Schnäppchen stehen dabei Telefonwerte wie die mexikanische Telmex. Sie ist bei einem derzeitigen Kurs von knapp 60 Euro mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 ähnlich günstig zu haben wie die bei Spekulanten seit Jahren beliebte Telefónica del Perú. »Allerdings sind die politischen Risiken in dem Andenstaat, wie auch im benachbarten Kolumbien, sehr groß«, warnt Harald Eggerstedt, Experte für die Schwellenländer bei der Commerzbank. Die Börse in Venezuela hat gegen den Trend in den USA deutlich zugelegt - das Land exportiert Erdöl und profitiert von den steigenden Ölpreisen. Von ausländischen Anlegern kaum beachtet sind die Börsen in Argentinien und Chile. Sie waren deshalb von dem Crash an der Nasdaq kaum betroffen. Im Zuge der Abwärtsbewegung haben aber nicht nur einzelne Aktien an Wert verloren - auch viele Südamerika-Fonds sind billiger und damit wieder attraktiver geworden.