Lebensmittelbranche: Preiskrieg erfasst Markenartikel - DER SPIEGEL
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Lebensmittelbranche Preiskrieg erfasst Markenartikel

Der Preiskampf im Einzelhandel schadet nicht nur den Handelsketten. Wenn sich Markenhersteller auf die Billigstrategie einlassen, verlieren sie andernorts ihre Regalplätze. Das musste jetzt der Schokoladenhersteller Stollwerck erfahren.
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Köln - Das Schokoladenangebot von Stollwerck wurde von Marktkauf kurzerhand ausgelistet, berichtet die "Lebensmittelzeitung". Zuvor hatte der Discounter Lidl eine Tafel Alpia-Schokolade für 55 Pfennig angeboten. Marktkauf war nicht bereit, diesem Preis zu folgen: "Wir haben noch genügend Schokoladen im Sortiment - und bei anderen Artikeln fallen uns Auslistungen auch nicht schwer", erklärt Marktkauf-Geschäftsführer Helmut Metje.

Die Logik hinter solchen Auslistungen ist offensichtlich. Dauerpreise für Qualitätsware lassen sich nur schwer halten, wenn der Discounter nebenan Markenartikel zu Spottpreisen im Sortiment führt. Merken die Kunden bei Produkten derselben Marke den Preisunterschied, so entscheiden sie sich in der Regel für das günstigere Angebot. Langfristig könnten sie womöglich ganz zur Billig-Konkurrenz abwandern.

Unter Handelsexperten wird derzeit gestritten, mit welcher Strategie man den Preisbrechern Paroli bieten kann. Zunächst galt es als Lösung, den Verbraucher mit Dauerpreisen für Qualitätsprodukte an sich zu "gewöhnen". Damit, so eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, werden aber die Werbekunden nicht erreicht, die sich nur durch besondere Angebote in den Laden locken lassen. Nach der Studie ist es dem Handel bisher noch nicht gelungen, seine Kunden richtig anzusprechen. Es fehle noch an der richtigen Mischung aus Qualitäts- und Preissignalen.

Mit Erleichterung verfolgen derzeit Branchenkenner die Entwicklung bei Aldi. Nach drastischen Preissenkungen scheue man sich auch nicht vor Preiserhöhungen, so die "Lebensmittel-Zeitung". So seien bei Deutschlands größtem Discounter die Preise für Taschentücher, Käse und Fruchtkonserven wieder deutlich angestiegen. Bei Rewe lautet die Parole: "Warteposition einnehmen und Nerven behalten", um einen "Flächenbrand" zu verhindern. Alles in allem verlaufe die Preisentwicklung im Markenbereich noch "kontrolliert", sagte ein Rewe-Sprecher.