Lebensmittelpreise Auch Bier wird teurer
Berlin - Schlechte Zeiten für Biertrinker: Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bundes werden sie im neuen Jahr fünf bis zehn Prozent mehr für die Flasche zahlen. Die Brauer reagierten damit auf gestiegene Kosten für Rohstoffe, Energie und Glas, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Peter Hahn.
So sei der Preis für Strom um 23 Prozent gestiegen, der Hopfenpreis habe sich verdoppelt. Braumalz sei heute rund 84 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Der Glaspreis sei um 30 Prozent gestiegen. "Solche Kostensteigerungen können nicht mehr durch Einsparungen bei den Brauereien aufgefangen werden", erklärte Hahn. Sollten die Gewinne der Brauereien weiter sinken, stünden Betriebe und Ausbildungsplätze auf dem Spiel.
Die Kosten würden wohl auch künftig weiter steigen, unter anderem wegen zusätzlicher Belastungen durch den Emissionshandel, der zu höheren Strompreisen führe. Der Bierpreis sei trotzdem weiterhin niedriger als im europäischen Ausland, erklärte Hahn. Das liege am scharfen Wettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Bereits im Juni hatten die deutschen Brauer prognostiziert, in den kommenden fünf Jahren seien Bierpreissteigerungen um bis zu 40 Prozent zu erwarten.
Gestiegene Nachfrage in vielen Teilen der Welt und Missernten haben die Preise für Lebensmittel-Rohstoffe zuletzt stark steigen lassen. Beim Bier ist vor allem der steigende Konsum in Asien, Lateinamerika und Afrika an den höheren Preisen für die Rohstoffe schuld. Erst vergangene Woche hatte der Lebensmitteldiscounter Aldi angekündigt, eine große Zahl an Produkten teurer zu machen. Andere Lebensmittelanbieter wie Rewe und Tengelmann wollen ebenfalls ihre Preise erhöhen.
In den vergangenen Wochen stiegen bereits die Preise für Milchprodukte. Auch Kaffee und Brot wurden teurer. Zuletzt kündigte der Lebensmittelkonzern Nestlé an, wegen der hohen Milchpreise mittelfristig mehr Geld für Speiseeis zu verlangen. Verbraucherschützer warnen davor, dass einzelne Branchen die Rohstoffknappheit als Vorwand für überzogene Preissteigerungen nutzen könnten.
sam/AFP/dpa