Lebensmittelpreise: Bier wird zehn Prozent teurer - DER SPIEGEL
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Lebensmittelpreise Bier wird zehn Prozent teurer

Energie und Getreidepreise steigen - und damit auch der Preis für Bier. Der deutsche Brauereiverband rechnet damit, dass der Gerstensaft um zehn Prozent teurer werden könnte - pro Kasten immerhin 1,10 Euro.
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Nürnberg - Der Grund für den steigenden Bierpreis ist einfach: Die notwendigen Rohstoffe wie Hopfen, Malz und Gerste sowie Energie sind teurer geworden. Daraus ergebe sich auch eine notwendige Anhebung des Verkaufspreises pro Kasten um 1 bis 1,10 Euro inklusive Mehrwertsteuer, sagte der bayerische Präsident des Verbandes der Privat-Brauereien, Gerhard Ilgenfritz, heute in Nürnberg. "An dieser Preiserhöhung kommt bei einer vernünftigen Kalkulation keine deutsche Brauerei vorbei", betonte er.

Als Hauptgründe für den Preisanstieg für Hopfen und Malz nannte Ilgenfritz die Knappheit dieser Rohstoffe. Ursache sei die weltweit deutlich gestiegene Bierproduktion, die seit 1997 um 35 Prozent zugenommen habe. Vor allem die dynamisch wachsenden Braukonzerne aus Brasilien, China und Osteuropa kauften den internationalen Hopfenmarkt leer. Entsprechend hätten sich Aromahopfen in den vergangenen beiden Jahren um 100 Prozent und Bitterhopfensorten um 150 bis 400 Prozent verteuert, rechnete Ilgenfritz vor. Eine nachhaltige Entspannung ist nach seinen Worten erst in drei bis fünf Jahren zu erwarten, wenn die Hopfenbauern durch Flächenausweitungen die gestiegene Nachfrage halbwegs befriedigen könnten.

Auch Braugerste, aus der Malz gewonnen wird, habe sich deutlich verteuert. Zum einen sei die Anbaufläche seit 2004 in Deutschland um 116.000 Hektar oder 19 Prozent zurückgegangen. Zum anderen sei die Ernte 2006 witterungsbedingt sehr schlecht ausgefallen. Dadurch wurden laut Ilgenfritz sämtliche Reserven aufgezehrt. Aufgrund guter Ernten in Nordeuropa sei zwar der Bedarf bis zur Ernte 2008 aus heutiger Sicht gedeckt. "Allerdings werden einzelne Brauereien ohne langfristige Lieferkontrakte gerade in den Monaten Mai bis August vor der Ernte 2008 vereinzelt Schwierigkeiten haben, Malz zu erhalten, sprich dann exorbitante Preise zahlen müssen", warnte der Verbandspräsident.

"Bierpreise werden hoch bleiben und weiter steigen"

In Deutschland sei der Bierabsatz von Januar bis September um 2,3 Prozent gesunken, was laut Ilgenfritz vor allem auf das schlechte Wetter im Sommer und die fehlenden WM-Absätze zurückzuführen ist. Dagegen stieg der Export um 5,2 Prozent.

Mit der für 2008 angekündigten Bierpreiserhöhung ist seinen Worten zufolge noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. "Lebensmittel- und damit Bierpreise werden hoch bleiben und weiter steigen müssen", sagte er. Die deutschen und europäischen Märkte für landwirtschaftliche Produkte seien endgültig in den Weltmärkten mit deren Gesetzen angekommen. "Das heißt, für landwirtschaftliche Produkte wird es zukünftig nur noch einheitliche, internationale Preisniveaus geben.

Und diese Niveaus werden aufgrund steigender Nachfrage hoch und höchst volatil sein", erklärte er. Die Verbraucher würden daher lernen müssen, die Wertschätzung für Lebensmittel neu zu definieren und diese Ausgaben in ein anderes Verhältnis als heute zu ihren sonstigen Ausgaben umzuschichten.

sam/AP