Lebensmittelpreise: Schweinefleisch wird teurer - DER SPIEGEL
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Lebensmittelpreise Schweinefleisch wird teurer

Die höheren Getreidepreise machen Schweinefleisch in Zukunft teurer. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer hält das für richtig, und auch die Bauern jubeln über das Ende der "skandalösen Tiefstpreise".
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Berlin – Jetzt also das Schwein. Nachdem sich Milch, Butter und Getreide in den vergangenen Monaten drastisch verteuert haben, könnten nun auch die Fleischpreise steigen, vor allem Schweinefleisch soll es treffen, sagt der der Grünen-Politiker Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf. Glaubt man ihm, dann zahlt der Kunde für Schweinefleisch bald zwischen vier und sechs Prozent mehr. Grund dafür sind unter anderem die gestiegenen Getreidepreise auf dem Weltmarkt.

Graefe zu Baringdorf muss es wissen. Im Nebenberuf ist er Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und so muss er sich schon qua Amt über die "skandalösen Tiefpreise" aufregen. Eine Erklärung für den möglichen Preisanstieg liefert der Bauernlobbyist auch gleich mit – die gestiegenen Kosten für das Schweinefutter. Bislang verlören die Bauern noch Geld, da sie diese noch nicht auf die Verbraucher umgelegt hätten, sagt Graefe zu Baringdorf. Das allerdings kann der Grund nicht alleine sein. Denn der Politiker freute sich zugleich über einen Markt, der Einkommen auf die Betriebe bringe, nach Jahren mit "skandalösen Tiefstpreisen". Es geht also auch um steigende Einkommen – nicht nur darum, die Kosten auszugleichen.

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer findet das gut. Drei oder vier Prozent teurere Nahrungsmittel seien zu verantworten, sagte der CSU-Politiker heute zum Auftakt der weltgrößten Agrarmesse "Grüne Woche" in Berlin. Die Bauern müssten faire Preise bekommen. Seehofers Rechnung: Wenn die Landwirte nicht wirtschaftlich arbeiten könnten, bestehe die Gefahr, dass Deutschland von Lebensmittelimporten abhängig werde. "Das wäre kostspieliger", warnte der Minister.

Dem Deutschen Bauernverband zufolge wird die Landwirtschaft trotz teurerer Lebensmittel aber nicht zum Preistreiber. "Es wird nicht so sein, dass die Bauern die Inflationsrate anheizen", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Helmut Born, im Rundfunk Berlin Brandenburg. "Ganz deutlich: Unser wichtigstes Geschäft ist, egal ob Öko-Produktion oder konventionelle, qualitativ wirklich gute Nahrungsmittel zu erzeugen", sagte Born. Und die sollen auch wieder verstärkt aus Deutschland kommen. Vor allem Ökoprodukte sollen in Zukunft wieder weniger importiert und dafür vor Ort hergestellt werden.

tob/ddp/Reuters