Lebensmittelriese Belgier wird neuer Nestlé-Chef
Vevey - Man habe mit Bulcke einen "starken und pragmatischen Chef" ausgewählt, so Nestlé. Er habe sich in "aufstrebenden und industrialisierten Ländern in Lateinamerika und Europa bewährt". Bulckes Berufung ist eine Überraschung. Beobachter waren davon ausgegangen, dass der bisherige Finanzchef Paul Polman oder der schwedische Marketing-Chef Lars Olofsson sich im Rennen um die Konzernspitze durchsetzen würden.
Bulcke hat für Nestlé bisher vor allem in Schwellenländern gearbeitet. Zuletzt war er für den Vertrieb in der Karibik, Lateinamerika und Nordamerika zuständig. Der Wirtschaftswissenschaftler, der sein Studium im belgischen Löwen absolvierte, hat fast seine ganze Karriere seit 1979 bei dem Lebensmittelriesen verbracht.
Bulcke löst Peter Brabeck ab. Der 63-jährige Österreicher soll jedoch auch nach dem Chefwechsel weiter als Präsident an der Spitze des Verwaltungsrats, des obersten Kontrollgremiums von Nestlé, bleiben. Brabeck, seit 1997 Nestlé-Chef und seit 2005 auch Präsident des Verwaltungsrats, baute Nestlé zu einem weltweiten Konzern in den Bereichen Nahrung, Gesundheit und Wellness aus. So kaufte Nestlé unter seiner Führung unter anderem den US-Babynahrungshersteller Gerber oder die Ernährungs- und Gesundheitssparte des Schweizer Pharmakonzerns Novartis.
In Deutschland ist Nestlé mit zahlreichen Marken vertreten. So bietet der Konzern hierzulande etwa Caro-Kaffee oder Nescafé an. Auch Maggi, Thomy-Ketchup, Herta-Wurst oder Buitoni-Nudeln gehören zum Schweizer Unternehmen. Bei den Süßigkeiten stammen unter anderem After Eight, Smarties oder Kitkat von Nestlé. Zu den Wassermarken des Konzerns zählen Vittel, Perrier und San Pellegrino. Neben den Eis-Marken Mövenpick und Schöller gehören auch die Kindernahrungshersteller Alete und Beba sowie die Babypflege-Marke Bübchen zu Nestlé.
tno/AFP