Leitzinserhöhung: Duisenberg warnt vor Inflationsgefahr - DER SPIEGEL
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Leitzinserhöhung Duisenberg warnt vor Inflationsgefahr

Einen Tag nach der US-Notenbank hat auch die Europäische Zentralbank die Leitzinsen erhöht. EZB-Chef Wim Duisenberg begründete die Entscheidung am Donnerstag mit drohenden Inflationsgefahren.
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Frankfurt am Main - Den entscheidenden dritten Leitzins setzten die Währungshüter von 3 Prozent auf 3,25 Prozent hinauf. Der Zinskorridor wurde auf 2,25 und 4,25 Prozent festgesetzt.

Der Dax legte im Anschluss kräftig um rund 155 Punkte auf 7327,9 Zähler zu. Der Euro erholte sich dagegen bis zum Nachmittag nur leicht auf 0,98 Dollar.

Duisenberg begründete die Entscheidung damit, dass für die kommenden Monate angesichts steigender Rohstoff- und Erzeugerpreise mit einem höheren Inflationsrisiko zu rechnen sei. Zudem habe die Euroschwäche zu höheren Importpreisen geführt. Angesichts des konjunkturellen Aufschwungs im Euroraum werde sich die Gemeinschaftswährung aber stabilisieren. Die Währung habe ein deutliches Aufwertungspotenzial.

Spekulationen, es habe sich um eine Panikreaktion gehandelt, wies Duisenberg zurück. Die Märkte seien ausreichend auf den Schritt vorbereitet worden. Die Tarifpartner rief der EZB-Chef zu moderaten Abschlüssen auf.

Am selben Tag setzten auch die Zentralbanken von Kanada, Dänemark und der Schweiz ihre Leitzinsen hinauf.

Die amerikanische Notenbank Fed hatte am Mittwoch den Zielsatz für Tagesgeld um 25 Basispunkte auf 5,75 Prozent erhöht. Zudem hob die Fed den weniger bedeutenden Diskontsatz für die direkte Kreditvergabe an die Banken ebenfalls um 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent an. Die Fed begründete ihre Entscheidung damit, dass aus einem exzessiven Nachfragewachstum weitere Inflationsgefahren in den USA entstehen könnten. Analysten erwarten weitere Zinserhöhungen im Verlauf des ersten Halbjahres.