Leitzinssenkung Greenspan zündet Kursfeuerwerk
Washington - Völlig überraschend hat die US-Notenbank Fed die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Sie begründete den Schritt mit weiteren Abwärtsrisiken für die amerikanische Wirtschaft. Damit beträgt der Schlüsselzins für Tagesgeld 4,5 Prozent. Bereits Anfang Januar hatte die amerikanische Notenbank mit einer überraschenden Zinssenkung für Aufregung an den Aktienmärkten gesorgt.
Pierre Ellis, Analyst bei Primark sagte dazu in einer ersten Reaktion: "Scheinbar sieht die Fed etwas, was die Märkte nicht sehen. Die Wirtschaftsdaten haben zuletzt größere Stabilität signalisiert. Es ist schwer vorstellbar, warum die Fed entschieden hat, dass sich die Risiken für die US-Konjunktur verschlechtert haben." Robert Armknecht, Manager des Galaxy Equity Growth Funds, zeigte sich hocherfreut. "Ich bin in Ekstase. Die Fed erkennt, dass die Wirtschaft noch ein bisschen Hilfe braucht. Sie gibt dem Geldkreislauf Liquidität und beruhigt die Öffentlichkeit", sagte er.
Die Börsen reagierten sofort mit einer Kursrallye. An der New Yorker Wall Street stieg der Dow-Jones-Index um 399 Punkte. Der Dax verzeichnete ein Plus von 229 und der Nemax 50 von 189 Punkten.
In ihrer Begründung verwies die Federal Reserve vor allem auf die Talfahrt der Aktienmärkte. Diese sorgten für Vermögensverluste und damit für eine Abschwächung des privaten Verbrauches. Außerdem wurde die insgesamt schwächere globale Konjunktur angeführt. All diese Faktoren würden dazu beitragen, die Wachstumsdynamik in den USA auf ein "unakzeptabel" niedriges Niveau zu drücken, die makroökonomischen Risiken würden weiterhin in Richtung Konjunkturschwäche zeigen.
Allerdings deutete die US-Notenbank auch auf einige positive Entwicklungen in der US-Wirtschaft hin. So sei die Korrektur der Lagerbestände bereits weit fortgeschritten, darüber hinaus hätten sich die Ausgaben für Verbrauchsgüter und Häuser äußerst robust gezeigt.