Leser-Prognosen So wird 2006
Hamburg - Allzu viel erwarten die SPIEGEL ONLINE-Leser in den nicht-repräsentativen Umfragen nicht vom kommenden Jahr. Beispiel Arbeitslosigkeit: Von den 5021 Nutzern, die hier votierten, prognostiziert eine Mehrheit von 34,4 Prozent, dass die Zahl der Jobsuchenden zwischen 4,3 Millionen und 4,6 Millionen liegen wird. Damit würde sich der Wert auf dem aktuellen Niveau einpendeln. 32,4 Prozent rechnen mit einer Spanne zwischen 4,7 Millionen und fünf Millionen Arbeitslosen. Und 20,2 Prozent erwarten eine Zahl jenseits der Fünf-Millionen-Marke. Dagegen glauben nur 3,7 Prozent, dass es 2006 weniger als vier Millionen Arbeitslose geben wird. Den Aufschwung am Arbeitsmarkt haben die SPIEGEL ONLINE-Leser abgeschrieben.
Keine Entspannung gibt es demnach auch beim Ölpreis. Hier hatten 4225 Leser abgestimmt. Eine Mehrheit von 40,6 Prozent erwartet, dass der Barrel-Preis Ende 2006 zwischen dem aktuellen Wert von rund 60 Dollar und 70 Dollar liegen wird. Ein Drittel rechnet mit einem Preis jenseits der 70-Dollar-Marke. Dagegen prognostizieren lediglich 19,8 Prozent eine Zahl zwischen 50 und 59 Dollar und eine Minderheit von nur 5,8 Prozent erwartet einen Preis unter 50 Dollar.
Zudem sehen die SPIEGEL ONLINE-Leser wenig Bewegung bei der schleppenden Binnennachfrage. Von den 4113 Nutzern, die sich hier beteiligt haben, rechnen 68,9 Prozent damit, dass sich die Kauflust verhalten entwickelt. 21 Prozent prognostizieren sogar, dass die Sparwut der Bundesbürger noch wächst. Nur 10,1 Prozent erwarten eine echte Belebung des Konsums.
Die SPIEGEL ONLINE-Leser warnen auch vor einer höheren Inflation. Hier hatten 4068 Leser abgestimmt. Eine Mehrheit von 35 Prozent erwartet zwar eine Preissteigerung zwischen 1,5 und 1,9 Prozent. Damit bliebe die Inflation unter der Zwei-Prozent-Marke, unterhalb derer die Wirtschaft nach Angabe der Europäischen Zentralbank (EZB) geschmeidig läuft. 28,5 Prozent allerdings glauben, dass der Wert zwischen zwei und 2,1 Prozent liegen wird, 29,4 Prozent sehen die Preissteigerung jenseits der 2,1 Prozent. Für die EZB gibt es demnach 2006 viel zu tun, um dem Preisanstieg Einhalt zu gebieten.
Bei der Frage nach dem Euro-Dollar-Kurs rechnen die SPIEGEL ONLINE-Nutzer mit einer stärkeren Gemeinschaftswährung. Von den 4104 an der Abstimmung beteiligten Lesern erwartet eine Mehrheit von 29,5 Prozent Ende 2006 einen Euro-Kurs zwischen 1,20 Dollar und 1,24 Dollar. 26,5 Prozent sehen die Währung zwischen 1,25 Dollar und 1,30 Dollar und 15,1 Prozent jenseits von 1,30 Dollar. Dagegen prognostizieren nur 28,9 Prozent einen schwächeren Euro unterhalb von 1,20 Dollar.
Bei der Frage nach dem Wirtschaftswachstum gehen die Meinungen weit auseinander. 3871 SPIEGEL ONLINE-Leser hatten hier abgestimmt. 11,1 Prozent outen sich als Optimisten und prognostizieren einen Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) von über zwei Prozent. 12,7 Prozent dagegen erwarten ein Wachstum zwischen 0,5 und 0,9 Prozent und unterschreiten damit die zurückhaltende Vorhersage der Bundesregierung von 1,2 Prozent. Rund zehn Prozent erklären zudem, dass die Wirtschaft noch langsamer wächst, beziehungsweise stagniert oder gar in eine Rezession abrutscht. Die knappe Mehrheit von 23,7 Prozent rechnet jedenfalls mit einem BIP-Anstieg zwischen 1,4 Prozent und 1,6 Prozent. Man darf gespannt sein, wer am Ende richtig liegt.
Zumindest bei einer Frage haben die SPIEGEL ONLINE-Leser den Optimismus nicht verloren. In den Vorhersagen über den Dax-Stand Ende 2006 geben sich die 4110 an der Abstimmung beteiligten Nutzer überwiegend zuversichtlich. Nur 13 Prozent prognostizieren bei dem deutschen Börsenbarometer einen Wert unterhalb der aktuellen Marke von rund 5400 Punkten. Die Mehrheit von 33,5 Prozent sagt einen Wert zwischen 5700 und 5999 Punkten voraus und bewegt sich damit oberhalb von einigen Banken-Prognosen. 23,1 Prozent sehen den Dax zwischen 6000 und 6300 Punkten. Etwa zehn Prozent küren 2006 sogar zum Jahr der großen Rally und sagen einen Dax-Stand jenseits der 6300 Punkte voraus.
Von der Börse abgesehen haben die SPIEGEL ONLINE-Leser keine großen Erwartungen an das Jahr 2006. Bei Arbeitslosigkeit, Ölpreis, Binnennachfrage und Inflation sind die Vorhersagen mehrheitlich zurückhaltend. Beim Wirtschaftswachstum gehen die Meinungen weit auseinander. Die kommenden zwölf Monate werden zeigen, ob der Pessimismus gerechtfertigt ist. In einem Jahr wird SPIEGEL ONLINE die Prognosen mit den tatsächlichen Werten vergleichen und prüfen, wie gut die Schätzungen der Leser waren.