Letzte Meile: Telekom muss sich sputen - DER SPIEGEL
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Letzte Meile Telekom muss sich sputen

Die Deutsche Telekom bekommt jetzt die Quittung für ihre Bummelei bei der Freischaltung von Telefonleitungen für ihre Wettbewerber. Nach einer Entscheidung der Regulierungsbehörde muss der Bonner Telefon-Riese nun erstmals mit Vertragsstrafen rechnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bonn - Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post teilte am Montag in Bonn mit, die Lieferzeiten für Mietleitungen zur Verbindung von Endkunden und Telekommunikationsunternehmen - die so genannte letzte Meile - seien nun für die Telekom verbindlich. Je nach Leistung der von der Telekom angemieteten Leitungen seien die Lieferzeiten zwischen zwölf und 30 Arbeitstagen gestaffelt.

Bei Überschreitungen der vereinbarten Lieferfristen müsse die Telekom künftig je Kalendertag fünf Prozent des monatlichen Mietentgelts an das beauftragende Unternehmen zahlen, entschied die Behörde nach einem mehrmonatigen Verfahren. Die Telekom-Konkurrenten hatten sich bei der Behörde darüber beschwert, dass die Telekom ihre Liefertermine oftmals nicht einhalte.

Die Deutsche Telekom kritisierte das Votum der Regulierungsbehörde. "Die Entscheidung ist für uns nicht nachvollziehbar, da die erreichten Verbesserungen bei der Bereitstellungen von Mietleitungen keinen Niederschlag fanden", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte.

Die Regulierungsbehörde erhofft sich von ihrer Entscheidung Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer. Die neuen Vertragsbedingungen gelten den Angaben zufolge für alle Mietleitungen, die nicht über eine Vermittlungsstelle laufen. Für Mietleitungen, die lediglich zwei Telefon-Gesellschaften verbinden, jedoch keinen Endkunden anbinden, hatte die Behörde bereits im vergangenen Jahr verbindliche Lieferfristen zwischen acht Wochen und sechs Monaten vorgegeben. Mit der Vorgabe verbindlicher Lieferfristen sind früheren Angaben der Regulierungsbehörde zivilrechtliche Klagen gegen die Telekom bei Fristüberschreitung möglich.