Letzte Microsoft-Vorschläge: "Teilung ist fehlerhaft" - DER SPIEGEL
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Letzte Microsoft-Vorschläge "Teilung ist fehlerhaft"

Microsoft hat im Kartellprozess seine letzten Gegenvorschläge zu einer Zerschlagung des Konzerns vorgelegt, wie sie vom US-Justizministerium gefordert wird. Die geplanten Maßnahmen seien zu drastisch und schadeten der Wirtschaft, argumentiert das Unternehmen. Das Justizministerium bezeichnete die Einwände umgehend als irrelevant.
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Der Redmonter Software-Riese bezeichnete die Teilungspläne in seiner Erklärung unter anderem als "fehlerhaft", "vage" und "vieldeutig". Für den Fall, dass sie sich jedoch nicht abwenden ließen, fordert die Softwarefirma unter anderem eine einjährige Vorbereitungszeit, bevor der Konzern in zwei unabhängige Unternehmen aufgeteilt wird. Die Regierung sieht dafür nur eine viermonatige Frist vor.

Außerdem verlangt Microsoft eine Einschränkung der staatlichen Aufsicht über eines der beiden neuen Unternehmen und schlug die Geschäftsführer anderer Computerunternehmen als Zeugen vor Gericht vor, die ebenfalls aussagen würden, dass eine Zerschlagung von Microsoft dem Wettbewerb schaden werde. Unter anderem wurde in diesem Zusammenhang Compaq-Chef Michael Capellas genannt.

Das Justizministerium in Washington hatte vorgeschlagen, Microsoft in zwei Unternehmen aufzuteilen: eines, das die Windows-Betriebssysteme betreut und weiterentwickelt, und ein anderes, das für die restlichen Produkte wie Bürosoftware oder Internet-Dienste zuständig ist. In einer ersten Reaktion auf die neuen Microsoft-Vorschläge sagte ein Sprecher des Ministeriums, die meisten vorgebrachten Argumente hätten nichts mit der Tatsache zu tun, dass das Unternehmen wiederholt gegen Wettbewerbsrecht verstoßen habe.

US-Bezirksrichter Thomas Penfield Jackson wird nun die Vorschläge der Regierung und von Microsoft prüfen und anschließend sein Strafmaß bekannt geben. Jackson hatte den Konzern am 3. April wegen Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung schuldig gesprochen. Sollte das Verfahren durch mehrere Instanzen gehen, was als wahrscheinlich gilt, ist erst in mehreren Jahren mit einem rechtskräftigen Urteil zu rechnen.