LG Philips: "Eine der größten Insolvenzen" - DER SPIEGEL
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LG Philips "Eine der größten Insolvenzen"

Die Krise beim Bildröhren-Hersteller LG Philips betrifft viel mehr Beschäftigte als bisher bekannt - die Rede ist nun von bis zu 17.000 bedrohten Jobs in Europa. Wie sie gerettet werden können, ist noch nicht absehbar.
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London - Als LG Philips Displays Ende Januar Insolvenz für seine europäischen Aktivitäten anmeldete, hieß es erst, rund 750 Beschäftigte an zwei Standorten seien betroffen. Der für die Holding zuständige Verwalter, Louis Deterink, sagte aber nun laut Nachrichtenagentur Reuters, tatsächlich gehe es um 17.000 Stellen. "Dies ist eine der größten Insolvenzen in der niederländischen Geschichte."

Die in Hongkong ansässige Muttergesellschaft LG Philips Displays stellt ein Viertel aller weltweit verkauften Bildröhren für Fernseher und Monitore her. Der Konzern hat mit einer schwindenden Nachfrage zu kämpfen, da Flachbildschirme bei den Verbrauchern immer beliebter werden.

"Alles fällt unter die bankrotte Holding, alle 20 Fabriken und mehr als 17.000 Mitarbeiter", betonte Deterink gegenüber der Nachrichtenagentr. "Es ist vor allem der europäische Teil des Unternehmens, das in Schwierigkeiten ist." LG Philips Displays beschäftigt in Europa rund 32.000 Angestellte, mehr als 10.000 in Asien und mehr als 4000 in Nord- und Südamerika. Die beiden Eigner, Philips und LG Electronics, haben ihre Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen im vergangenen Jahr abgeschrieben.

Die Insolvenz werde zu einer Liquidierung der Aktivitäten führen, hieß es in Kreisen der Kreditgeber. Die Bankschulden beliefen sich auf rund 600 Millionen Dollar.

Ende Januar hieß es zunächst, von der Insolvenz seien zwei Werke in Aachen und im niederländischen Eindhoven betroffen - damit wären rund 400 Arbeitsplätze in Aachen und etwa 350 Stellen in Eindhoven bedroht. Grund für die Beantragung des Gläubigerschutzes seien neben dem starken Nachfrageeinbruch die hohen Schulden, die die Holding LG Philips nicht länger bedienen könne.

itz/rtr

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