Lipobay-Desaster: Bayer räumt Fehler ein - DER SPIEGEL
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Lipobay-Desaster Bayer räumt Fehler ein

Das Desaster um "Lipobay/Baycol" nimmt Formen eines handfesten Skandals an. Den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Cholesterin-Präparat des Bayer-Konzerns hat es offenbar schon vor drei Jahren gegeben.
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Hamburg - 1998 starb in Deutschland ein Patient nach der Einnahme des Wirkstoffs Cerivastatin an Muskelzerfall und Nierenversagen. Ein Jahr zuvor war das Medikament Lipobay eingeführt worden. Der Fall sei als Verdacht einer Arzneimittelnebenwirkung an das Bundesinstitut gemeldet und dort geprüft worden.

Der Leiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Harald Schweim hält einen Zusammenhang zwischen der Einnahme des Lipobay-Wirkstoffs und dem tödlichen Muskelzerfall für wahrscheinlich. In Deutschland gibt es inzwischen sechs Todesfälle, 31 in den USA und vier in Spanien. Wirklich starke Häufungen der Fälle seien aber erst im März oder April dieses Jahres aufgetreten. Unternommen habe das Bundesinstitut trotzdem nichts. "Wir waren nicht zuständig, die Initiative zu ergreifen", sagte Schweim. Der Wirkstoff sei nach einem europäischen Verfahren zugelassen worden.

Das Nachrichtenmagazins "Focus" zitierte Schweim mit der Aussage, Bayer habe den Cholesterinsenker auf Druck der US-Gesundheitsbehörde FDA vom Markt nehmen müssen. Dem Bericht zufolge kritisierte ein Sprecher der Bundesapothekerkammer die mangelhafte Informationspolitik des Pharmakonzerns. Auch Anlegerschützer hätten sich beschwert.

Konzernsprecher Forneck räumte inzwischen Ungeschicklichkeiten in der Informationspolitik des Pharma-Riesen ein. Um Schadenersatzklagen von Aktionären vorzubeugen, hätte die Apotheker aber nicht eher benachrichtigt dürfen werden als die Börsianer.