Live-Ticker: Alle Meldungen zum Bahn-Streik - DER SPIEGEL
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Live-Ticker Alle Meldungen zum Bahn-Streik

Bis um acht Uhr hat die Lokführergewerkschaft GDL den Nah- und S-Bahn-Verkehr in Deutschland bestreikt. Auch danach kommt es noch zu Störungen. SPIEGEL ONLINE dokumentiert den Arbeitskampf in kurzen Meldungen.
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+++ Brandanschlag auf Bahn - linksextremer Hintergrund vermutet +++

[08.40] Der Brandanschlag auf Fahrzeuge der Deutschen Bahn hat vermutlich einen linksextremen Hintergrund. "Man kann annehmen, dass die Täter den Lokführerstreik zum Anlass nahmen", sagt ein Polizei-Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Dass Lokführer selbst an der Aktion beteiligt waren, sei aber unwahrscheinlich. Ein mögliches Motiv könne die geplante Privatisierung der Bahn sein. Ein Bekennerschreiben gebe es allerdings nicht. Heute Nacht hatten unbekannte Täter mehrere Fahrzeuge der Deutschen Bahn in Berlin angezündet. Drei Autos brannten völlig aus. Insgesamt gab es in Berlin seit Jahresbeginn 90 politisch motivierte Brandanschläge.

+++ Streik trifft Berliner S-Bahn härter als gestern +++

[08.32] Nach Auskunft der Bahn hat der Streik den S-Bahnverkehr in Berlin heute Morgen stärker betroffen als gestern. Nur etwa 35 Prozent der S-Bahnzüge verkehrten. Die Taktzeiten waren teilweise auf bis zu 40 Minuten verlängert worden, erst ab 7.00 Uhr fuhren die Bahnen auf dem Ring alle zehn Minuten. Im Regionalverkehr in Brandenburg fuhren trotz eines Ersatzfahrplanes nur 15 Prozent der Züge. Die Normalisierung des Bahnverkehrs könne vor allem in Brandenburg bis zum Abend dauern.

+++ Bahn gibt sich gelassen +++

[08.18] Nach 30 Stunden Streik zieht die Bahn vorläufig Bilanz. "Alles ist relativ geordnet abgelaufen", sagt ein Sprecher in Düsseldorf. Allerdings räumt er ein, dass Pendler weiterhin mit Ausfällen und Verspätungen rechnen müssten. Es werde den ganzen Tag dauern, bis der Nahverkehr wieder nach Plan laufe. Auch eine Bahnsprecherin in Leipzig sagt, dass das große Chaos ausgeblieben sei. Die Menschen hätten sich auf den Streik eingestellt. Insgesamt seien in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt 4000 Züge ausgefallen.

+++ Lokführer nehmen Arbeit wieder auf +++

[08.00 Uhr] Die GDL beendet den bisher längsten Streik in der aktuellen Tarifauseindersetzung. Nach 30 Stunden nehmen die Lokführer wieder ihre Arbeit auf. Gewerkschaft und Unternehmen rechnen dennoch bis zum Nachmittag mit Störungen im Nahverkehr. Der Grund ist die Umstellung auf den normalen Fahrplan.

+++ GDL verlangt Gehaltsverzicht des Bahn-Vorstands +++

[07.03] Der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher appelliert an den Bahnvorstand, auf einen Teil seiner Bezüge zugunsten der Lokführer zu verzichten. "Die Eisenbahner mussten seit 1994 einen Reallohnverlust von fast zehn Prozent hinnehmen. Der Bahnvorstand dagegen hat sich seine Gehälter von 1996 bis heute um 700 Prozent erhöht."

+++ Brandanschlag auf Bahn - Staatsschutz ermittelt +++

[06.45] In Berlin sind heute Nacht auf mehrere Fahrzeuge der Deutschen Bahn Brandanschläge verübt worden. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen, teilt die Polizei mit. Zunächst waren zwei Autos in der Greifenhagener Straße im Prenzlauer Berg vollständig ausgebrannt, zwei weitere Bahnfahrzeuge wurden beschädigt. Ebenfalls ein Auto der Bahn wurde in der Ebertystraße in Friedrichshain angezündet und beschädigt. Die Polizei geht von politisch motivierten Taten aus.

+++ Bahn-Streik in Frankreich kostet 150 Millionen Euro +++

[06.29] - Der Streik der französischen Bahngewerkschaft hat nach Schätzung des Finanzministeriums allein im Großraum Paris 150 Millionen Euro gekostet. Wie "Le Figaro Economique" unter Berufung auf eine interne Mitteilung des Ministeriums berichtet, gehen die Kosten des Streiktags am 18. Oktober zur Hälfe zu Lasten der Unternehmen, zur Hälfte zu Lasten der Angestellten. Die Pariser Transportgesellschaft RATP schätzt ihre Verluste pro Streiktag auf 700.000 Euro.

+++ Lokführergewerkschaft: "Alle machen mit" +++

[06.24] In Norddeutschland beteiligen sich erneut zahlreiche GDL-Mitglieder am Streik. "Alle machen mit", sagt Sprecher Harald Ketelhöhn. Auf den Bahnhöfen ist es ruhig. "Die Reisenden haben sich auf den Streik eingestellt", sagt eine Bahn-Sprecherin.

+++ S-Bahnen in München fahren im Stundentakt +++

[06.16] In Bayern betrifft der Streiks vor allem S-Bahnen. In München fahren sie im Stundentakt. Nur die S8 zum Flughafen fährt alle 20 Minuten. Durch den Lokführerstreik sind auf den bayerischen Straßen mehr Autos unterwegs, wie der Verkehrslagedienst der Polizei meldet. Besonders auf den Autobahnen rund um München müssten Pendler heute Morgen mit Staus rechnen.

+++ In Sachsen fällt mehr als die Hälfte der Züge aus +++

[06.10] Die Bahn rechnet auch heute mit erheblichen Beeinträchtigungen im Regional- und S-Bahnverkehr. Der Ersatzfahrplan sehe eine Halbierung des regulären Angebots bei Regionalzügen und S-Bahnen vor. In einzelnen Bundesländern, darunter Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, sollen einige Linien sogar noch weitaus seltener fahren.

+++ Berliner S-Bahn kann 10-Minuten-Takt nicht halten +++

[05.47] In Berlin und Brandenburg kommt es zu erheblichen Einschränkungen im Regional- und S-Bahnverkehr. Bei der Berliner S-Bahn kann der angestrebte 10-Minuten-Takt nach Angaben der Bahn nicht eingehalten werden. Auf der Stadt- und Ringbahn gibt es Zugabstände von 20 Minuten, in den Außenbezirken von 40 Minuten. Die S45 und die S85 fallen aus. Auch in Brandenburg fällt die Mehrzahl der Züge aus. Ab zehn Uhr soll der normale Fahrplan wieder in Kraft treten.

+++ Verspätungen in Meck-Pomm bis zum Abend +++

[05.42] Der Regionalverkehr in Mecklenburg- Vorpommern ist stark beeinträchtigt. Es wird damit gerechnet, dass es Verspätungen bis in den Abend geben wird.

+++ Tiefensee fordert Einigung von Bahn und GDL +++

[05.01] Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ruft die Kontrahenten im Bahn-Tarifstreit erneut auf, endlich zu einer Einigung zu kommen. "Die beiden Parteien müssen wieder an einen Tisch", sagt der SPD-Politiker in der "Neuen Presse". Eine Einmischung des Bundes als Eigentümer lehnt Tiefensee aber weiterhin ab.

+++ DGB attackiert GDL +++

[05.00] Sachsen-Anhalts DGB-Landesvorsitzender Udo Gebhardt kritisiert das Vorgehen der Lokführergewerkschaft GDL. "Es ist nicht akzeptabel, wenn jede einzelne Berufsgruppe für sich alleine kämpft", sagt Gebhardt in einem dpa-Gespräch. "Wenn das Schule machen würde, wäre das das Aus für die Flächentarifverträge und die Solidarität der Arbeitnehmer."

+++ GDL: "Streikbereitschaft ist ungebrochen hoch" +++

[04.49] Der Streik der Lokführer dauert schon länger als 24 Stunden. "Die Streikbereitschaft ist ungebrochen hoch", sagt der Sprecher der GDL, Maik Brandenburger. Um 10.00 Uhr will die Gewerkschaft auf einer Pressekonferenz Bilanz ziehen.

+++ Wowereit will Bahnprivatisierung stoppen +++

[01.00] Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) fordert die Bundesregierung auf, die umstrittene Teilprivatisierung der Bahn zu stoppen. Damit stellt er sich gegen Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (ebenfalls SPD) und auch gegen den Kompromissvorschlag der SPD-Spitze, der die Ausgabe von Volksaktien vorsieht. "Es wurden inzwischen so viele Veränderungen in das Konzept eingefügt, dass es kein großes Ganzes mehr ergibt. Deshalb wäre es aus meiner Sicht vernünftig, wenn man ein Moratorium schaffen würde und sagt: Lasst es liegen, es ist so nicht mehr zu packen", sagt Wowereit der "Berliner Zeitung". Er sehe in der Privatisierung keinen Sinn.

+++ GDL droht für nächste Woche mit weiteren Streiks +++

[00.26] Die GDL droht für die kommende Woche mit weiteren Arbeitskämpfen. "Bis Montag gibt es keinen Ausstand, danach ist es möglich", sagt der stellvertretende Gewerkschafts-Vorsitzende Claus Weselsky der "Bild"-Zeitung. Er hoffe zudem auf einen positiven Richterspruch am kommenden Freitag. Dann entscheidet das Landesarbeitsgerichts in Chemnitz darüber, ob die GDL auch den Fern- und den Güterverkehr bestreiken darf. Dann könne ein Streik zumindest im Güterverkehr schon am Wochenende beginnen, sagte Weselsky.

wal

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