Liveticker: Wo der Streik die Bahn lahm legt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Liveticker Wo der Streik die Bahn lahm legt

Aufruf zum Streik: Die Lokführergewerkschaft GDL lässt den Nah- und S-Bahn-Verkehr in Deutschland wieder zum Stillstand kommen. SPIEGEL ONLINE dokumentiert den dritten Streiktag dieses Monats in Meldungen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

+++ Bahn schließt verbessertes Angebot aus +++

[11.05 Uhr] Die Deutsche Bahn hat eine Annäherung an die Forderungen der Lokführergewerkschaft GDL abgelehnt. "Über die gebotenen zehn Prozent und den eigenen Tarifvertrag hinaus wird es kein neues Angebot geben", sagte Personalvorstandssprecher Uwe Herz. Die GDL hatte den jüngsten Vorschlag der Bahn gestern zurückgewiesen. Nach Darstellung der Gewerkschaft beinhaltet das neueste Angebot nur eine Netto-Gehaltssteigerung von 4,5 Prozent.

+++ Lokführer beenden heutigen Streik +++

[11.00 Uhr] Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihren Ausstand wie angekündigt um 11 Uhr beendet.

+++ Weiche falsch gestellt - Kollision knapp verhindert +++

[10.20 Uhr] Ein Lokführer einer S-Bahn hat auf der Fahrt von Gelsenkirchen nach Oberhausen durch schnelle Reaktion eine Kollision mit einem Güterzug verhindert. Aus noch ungeklärter Ursache war die Bahn auf das Gleis für Güterzüge gelenkt worden. Vermutlich sei eine Weiche vom Fahrdienstleiter falsch gestellt worden. Die Bundespolizei ermittelt, die Gleise wurden vorübergehend gesperrt. 70 Reisende der S-Bahn blieben unverletzt.

+++ GDL entscheidet über weitere Streiks +++

[9.30 Uhr] Die GDL will am Nachmittag über weitere Streiks entscheiden. GDL-Vize Günther Kinscher sagte, die Gewerkschaft behalte sich weitere Streiks im Nahverkehr in den nächsten Tagen vor. Eine Entscheidung darüber wolle man am späten Nachmittag bekannt geben, sagte er dem ARD-"Morgenmagazin". Als weitere mögliche Streiktage hatte die GDL gestern zusätzlich zu heute Freitag, Montag, Dienstag und Mittwoch genannt. GDL-Vize sagte, es seien in einem nächsten Schritt auch unbefristete Streiks möglich.

+++ Lokführer weisen Blockadevorwurf zurück +++

[8.40 Uhr] Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Vorwurf zurückgewiesen, mit einer Blockadehaltung eine Beilegung des Tarifkonflikts zu verhindern. Das Angebot der Bahn vom Montag sei "so konstruiert, dass wir uns im Tarifvertrag ohne (die Konkurrenzgewerkschaft) Transnet null bewegen können", sagte der Vize-GDL-Vorsitzende Günther Kinscher im Deutschlandradio Kultur. Es sei eine "Riesensauerei", dass die GDL dennoch als Blockierer dargestellt werde.

+++ Bahn vom Streikausmaß überrascht +++

[08.00 Uhr] Bundesweit sind rund 50 Prozent der Züge im Nahverkehr vom Ausstand betroffen - und damit deutlich mehr, als die Bahn erwartet hatte. Die Bahn hatte sich zum Ziel gesetzt, 60 Prozent des Regionalverkehrs aufrecht zu erhalten.

+++ Wortgefechte zwischen Bahnern und Reisenden +++

[07.40 Uhr] Stellenweise ist es zu heftigen Wortgefechten zwischen Reisenden und streikenden Lokführern gekommen. "Das ist idiotisch, was ihr hier macht. Ich bin seit drei Uhr unterwegs", rief ein aufgebrachter Bahn-Kunde in Frankfurt den Streikenden zu. "Ihr seid ein Dienstleistungsunternehmen. Ich bezahle Geld, dass ihr mich von A nach B bringt. Ihr kommt nie auf einen grünen Zweig." Die Streikenden blieben gelassen.

+++ Bahn fordert GDL zu Verhandlungen auf +++

[07.30 Uhr] Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch fordert die GDL zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. "Ich bedaure, dass die Gewerkschaft in der Schmollecke sitzt und nicht an den Verhandlungstisch kommt", sagte er im ARD-"Morgenmagazin". Seinen Angaben zufolge war der Bahnverkehr heute weniger beeinträchtigt als bei dem ganztägigen Streik der GDL am vergangenen Freitag.

+++ Leere Bahnhöfe, volle Straßen +++

[07.00 Uhr] Bahn-Reisende haben sich auf den heutigen mehrstündigen Streik offenbar gut vorbereitet. Auf allen größeren Bahnhöfen war es am Morgen relativ ruhig, teilte die Bahn mit. Viele Pendler dürften vorsorglich auf Autos und Busse umgestiegen sein. Nach Angaben des ADAC gab es heute Morgen besonders viele Staus auf den Autobahnen - am stärksten rund um München, um Hannover und im Rhein-Ruhr-Gebiet.

+++ Bahn meldet Streikfolgen in ganz Deutschland +++

[6.15 Uhr] Die Deutsche Bahn meldet Einschränkungen im Regional- und S-Bahn-Verkehr in ganz Deutschland. Im Westen seien vor allem die Ballungsräume betroffen. Die wichtigsten Verbindungen sollen nach Angaben des Unternehmens durch Busse ersetzt werden. Die Bahn rät den Reisenden, sich aktuell über Zugverbindungen im Internet unter www.bahn.de/aktuell  zu informieren und nach Möglichkeit auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.

+++ Streik trifft Ostdeutschland besonders hart +++

[5.30 Uhr] Der bundesweite Lokführerstreik trifft den Osten Deutschlands besonders hart. Das teilte eine Sprecherin der GDL in Frankfurt am Main mit. Das liege daran, dass im Westen mehr Beamte bei der Deutschen Bahn beschäftigt seien, die nicht in den Ausstand treten dürfen. Die GDL rechnet mit bundesweit einigen Tausend Lokführern, die heute ihre Arbeit niederlegen werden. Die Bahn bestätigt, dass die Streikschwerpunkte in den neuen Ländern liegen.

+++ Erste Auswirkungen auf den Nahverkehr +++

[04.00 Uhr] Nach Angaben der Deutschen Bahn sind zwei Stunden nach Streikbeginn erste Auswirkungen des Arbeitskampfes spürbar, da erst jetzt der morgentliche Nahverkehr einsetzt. Wie groß das Ausmaß des Streiks sei, darüber wolle sich die Bahn in wenigen Stunden äußern, wenn die Streikfolgen überschaubar seien.

+++ Bundesweiter Lokführerstreik beginnt +++

[02.00 Uhr] Der Streik der Lokführer der Deutschen Bahn beginnt. Das bestätigt ein Sprecher der Lokführergewerkschaft GDL in Berlin. Die GDL hat ihre Mitglieder aufgerufen, von 2 bis 11 Uhr Regionalzüge und S-Bahnen zu bestreiken. Sie will mit der Aktion ihre Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag für das Fahrpersonal der Deutschen Bahn sowie höhere Gehälter durchsetzen.

Mehr lesen über