Liveticker: Wo der Streik die Bahn lahmlegt - DER SPIEGEL
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Liveticker Wo der Streik die Bahn lahmlegt

Es ist der längste Arbeitskampf in der Geschichte der Bahn - die Gewerkschaft GDL will das Unternehmen zu einem neuen Tarifangebot zwingen. Der SPIEGEL-ONLINE-Liveticker hält sie bis zum Ende des Streiks am Samstagmorgen auf dem Laufenden.
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+++ Bahn spricht von erheblichen Störungen +++

[18.30 Uhr] Der Streik im Güterverkehr hat nach Angaben der Deutschen Bahn schon nach wenigen Stunden zu erheblichen Einschränkungen geführt. Bis 18 Uhr hätten sich bundesweit rund 350 Lokführer beteiligt, teilte das Unternehmen mit. Ein Sprecher sagte, mit Beginn des Hauptgeschäfts im Schienengüterverkehr am Abend erwarte die Bahn eine deutliche Verschärfung der Situation. Staus würden sich erst nach und nach aufbauen und dann wie beim Schneeballprinzip das gesamte Streckennetz beeinträchtigen.

+++ Verkehrschaos in Frankreich +++

[17 Uhr] Der Streik der Eisenbahner in Frankreich gegen die von Präsident Nicolas Sarkozy geplante Rentenreform hat das Land in ein Verkehrschaos gestürzt. Von rund 700 Hochgeschwindigkeitszügen verkehrten laut Staatsbahn SNCF heute nur 90. In Paris fuhr nur jede fünfte U-Bahn, von den Bussen gerade einmal 15 Prozent. Regierung und Gewerkschaften näherten sich in ihren Positionen zwar an, aber auch morgen sollte weitergestreikt werden, hieß es in Paris.

+++ Flughafengesellschaft sagt Konferenz ab +++

[16.45 Uhr] Der Bahnstreik lässt Termine platzen. So sagte die die Mitteldeutsche Flughafen AG in Leipzig ihr für morgen geplantes Jahres-Pressegespräch ab. "Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hat ihre Zusage wegen des Bahnstreiks zurückgezogen", sagte Sprecher Felix Zimmermann. Insbesondere Journalisten überregionaler Medien sähen keine Chance, nach Leipzig zu reisen. "Entweder wegen der erschwerten Anreise - oder weil sie selbst über den Streik berichten müssen", sagte Zimmermann.

+++ Hamb urger Hafen rechnet mit schweren Folgen +++

[16.05 Uhr] Der größte deutsche Hafen in Hamburg fürchtet schwere Folgen des Bahnstreiks. "Wir rechnen mit Störungen, zumal wir die Reste vom letzten Streik noch nicht abgearbeitet haben", sagte eine Sprecherin der Hafenbehörde. Bei dem 42-stündigen Ausstand der vergangenen Woche sei vor allem im Hinterland "viel stehen geblieben". "Das kam nach Streikende wie eine große Welle auf den Hafen zugerollt und muss jetzt weggearbeitet werden." Derzeit allerdings sei die Lage relativ entspannt.

+++ Wirtschaftsverbände kritisieren GDL scharf +++

[15 Uhr] Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben den Streik der GDL-Lokführer scharf kritisiert. "Ein Streik einer kleinen Berufsgruppe von dieser Dauer ist verantwortungslos, selbst wenn er über das Streikrecht gedeckt wird", sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, heute in Berlin. Der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, nannte den Streik eine "Gefahr für Wachstum und Beschäftigung". Er forderte die GDL auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

+++ Autovermieter melden hohe Nachfrage +++

[14.30 Uhr] Der Tarifstreit bei den Lokführern sorgt bei den Autovermietern für hohe Nachfrage. Die Kapazitäten in den nächsten Tagen könnten knapp werden, sagten Sprecher aller Anbieter. Die größten deutschen Anbieter Europcar, Avis und Sixt haben nach eigenen Angaben vor allem an Flughäfen und Bahnhöfen zusätzliche Fahrzeuge bereitgestellt. Wieviel Zusatzgeschäft ihnen die Bahnstreiks bisher schon gemacht haben, wollte kein Autovermieter beziffern. Sixt bedankte sich jedoch schon in ganzseitigen Anzeigen mit dem Konterfei von GDL-Chef Manfred Schell für den Streik der Lokführer.

+++ Speditionsbranche rechnet mit Milliardenschäden +++

[13 Uhr] Sollten die Lokführer unbefristet streiken, drohen nach Ansicht der Speditionsbranche Schäden in Milliardenhöhe. "Alternativen auf der Straße stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung", sagte Hermann Grewer, Präsident des Speditionsverbandes BGL. Wenn nach mehreren Tagen der Streik seine volle Wirkung entfalte, könne die Wirtschaft an einem Arbeitstag Umsätze von 500 Millionen Euro einbüßen. Sollte sich auch an den Seehäfen nichts mehr bewegen, könnte sich der "arbeitstägliche Schaden für die exportorientierte deutsche Wirtschaft" auf "ein bis zwei Milliarden Euro belaufen".

+++ Transnet fordert GDL zur Kooperation auf +++

[12.29 Uhr] Im Tarifstreit bei der Bahn hat die größte Bahngewerkschaften Transnet die Lokführergewerkschaft GDL erneut zur Kooperation aufgefordert. Wenn die GDL ernsthaft eine bessere Bezahlung für Lokführer durchsetzen wolle, könne sie das kurzfristig durch eine Beteiligung an den bereits begonnenen Verhandlungen über ein neues Entgeltsystem im Gesamtkonzern erreichen, sagte Transnet- Chef Norbert Hansen. Auch die Bahngewerkschaft GDBA forderte von der GDL eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

+++ Regierung warnt vor weiterer Eskalation +++

[12.13 Uhr] Die Bundesregierung warnt vor negativen Auswirkungen des Bahn-Streiks auf die Wirtschaftsentwicklung und ruft GDL und Bahn zu einer Lösung auf. "Der Streik hat volkswirtschaftliche Auswirkungen", sagte der Vize-Regierungssprecher Thomas Steg kurz nach Beginn des Streiks im Güterverkehr. Der Arbeitskampf sei eine Belastung für die ansonsten positive volkswirtschaftliche Entwicklung.

+++ Streik im Güterverkehr beginnt +++

[12 Uhr] Die Lokführergewerkschaft GDL beginnt ihren mehrtägigen Streik im Güterverkehr der Deutschen Bahn. "Es läuft alles planmäßig", sagte ein GDL-Sprecher in Frankfurt am Main. Der Arbeitskampf soll 62 Stunden dauern. Von Donnerstag 2 Uhr an werden die GDL-Lokführer zudem im Personenverkehr für 48 Stunden die Züge stehen lassen. Am Samstagmorgen wollen die Lokführer die Arbeit wieder aufnehmen.

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