Lkw-Branche EU billigt Scania-Übernahme durch MAN
Brüssel - Die EU-Kommission hat keine Einwände gegen die Pläne des deutschen Lkw-Herstellers MAN für die Übernahme seines schwedischen Konkurrenten Scania . Die EU-Wettbewerbshüter genehmigten die Übernahmepläne, gegen die Scania allerdings bislang Widerstand leistet. MAN will Scania für gut zehn Milliarden Euro übernehmen, die Schweden lehnen das Angebot aber als nicht angemessen ab. Zünglein an der Waage ist der Wolfsburger Autobauer Volkswagen , der sowohl bei Scania als auch bei MAN größter Aktionär ist.
Die EU-Kommission erklärte heute, ein Zusammenschluss würde den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum nicht nennenswert beeinträchtigen. "Der Kommission liegen hinreichende Beweise dafür vor, dass auf den Märkten für Busse und Lkw auch in Zukunft ein starker Preis- und Technologiewettbewerb vorherrschen wird", sagte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Es gebe weiterhin starke Konkurrenten wie DaimlerChrysler , Volvo , Iveco und DAF.
Scania teilte heute mit, man habe die Brüsseler Billigung des MAN-Übernahmeangebots erwartet, werde aber an der ablehnenden Haltung festhalten. "Wir sind nicht überrascht. Aber die EU hat ja nur zur Konzentrationsfrage Stellung bezogen", sagte eine Sprecherin. Das Ja der EU-Kommission hänge damit zusammen, dass Scania und MAN in jeweils verschiedenen Regionen Europas stark seien. Scanias eigene negative Einschätzung einer Übernahme durch MAN sei davon völlig unberührt.
Die deutsche Offerte wird auch vom größten schwedischen Scania-Eigner Investor abgelehnt. Investor äußerte sich nicht zur Brüsseler Entscheidung. Ein Sprecher sagte lediglich, entscheidend sei die unverändert geltende Ablehnung des MAN-Übernahmeangebots. Zusammen mit weiteren Anteilen der Wallenberg-Gruppe verfügt Investor über eine Sperrminorität von gut 30 Prozent und kann damit die Übernahme verhindern.
kaz/Reuters/dpa