Lkw-Maut: Schweizer wollen Toll Collect stoppen - DER SPIEGEL
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Lkw-Maut Schweizer wollen Toll Collect stoppen

Noch hat Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe nicht darüber entschieden, ob er mit dem Maut Konsortium Toll Collect im Geschäft bleiben will. Doch so oder so - künftiger Ärger ist schon programmiert: Der schweizerische Maut-Spezialist Fela will eine Klausel im Vertrag nutzen, um sich ins Geschäft zu klagen.
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Berlin - "Wir werden klagen, wenn wir nicht berücksichtigt werden", sagte Fela Geschäftsführer Ernst Uhlmann am Dienstag in Berlin. Hintergrund sei unter anderem, dass die in der Ausschreibung genannten Schadenersatzregelungen in dem geschlossenen Vertrag zwischen dem Konsortium Toll Collect und der Bundesregierung geändert worden seien. Fela war Uhlmann zu Folge nicht berücksichtigt worden, weil es die notwendige Finanzkraft für die Schadenersatzregelung nicht nachweisen konnte.

Eine Klage hätte möglicherweise gravierende Folgen, denn damit wäre unter Umständen eine komplette Neuausschreibung verbunden, die das gesamte Projekt für weitere Monate lahmlegen. Die Schweizer wollen jedoch erst dann die Gerichte anrufen, wenn eine Einigung mit der Bundesregierung und Toll Collect nicht zu Stande käme. Grundlage der Verhandlungen ist ein von Fela gemeinsam mit der deutschen Tochter des Elektronik-Konzerns Thales vorgelegtes Angbeot. Darin zeigen Fela und Thales Interesse an einer Zusammenarbeit mit Toll Collect. Für rund 700 Mio Euro könne dem Konsortium ein "schlüsselfertiges und funktionsfähiges" System zur Mauterhebung geliefert werden. Nach 14 Monaten könnten bereit 90 Prozent der Autobahnen erfasst werden, nach 18 Monaten wäre das gesamte Netz abgedeckt.

Das System sei einfacher, aber robuster als die von Toll Collect angestrebte Lösung auf Mobilfunkbasis. Bei Fela/Thales speichert eine Chipkarte in einer On-Board-Unit die gefahrenen Kilometer anhand von Funksendern entlang der Autobahn. Die Abrechnung erfolgt dann durch die Einreichung der Karte oder eine Übermittlung der Daten per Lesegerät und Internet. Auch eine Prepaid-Lösung mit einer elektronischen Vignette für Wenigfahrer sei möglich.

Das Bundesverkehrministerium, dem das Angebot seit der vergangenen Woche vorliegt, habe Fela/Thales an Toll Collect verwiesen. Bislang habe das Konsortium nicht reagiert, sagte Klaus Rettig, Geschäftsführer der Thales International Deutschland GmbH. Zwar gebe es Interesse an einzenen Komponenten. Daran habe Fela/Thales kein Interesse. Den beiden Unternehmen gehe es um eine "gesamtheitliche Lösung".

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