Lkw-Maut Speditionen wollen auf Schadenersatz klagen
Bonn - Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) kündigte an, die Ansprüche zur Not auch über eine erneute Klage gegen das Maut-Konsortium Toll Collect durchsetzen zu wollen. "Wir sprechen derzeit mit einem unserer Mitglieds-Unternehmen über die Einreichung einer Musterklage", sagte Verbandsjustiziar Torsten Ehlert am Freitag in Bonn. Die Klage solle Anfang 2004 bei einem Landgericht eingereicht werden. Bei einem Erfolg der Musterklage sollten andere Unternehmen ebenfalls den Klageweg beschreiten.
Der Anwalt begründete die Ansprüche mit den defekten Maut-Erfassungsgeräten (On Board Units). Durch den Einbau haben die Spediteure je Lkw nach Verbandsangaben 300 bis 400 Euro verloren. Bei größeren Unternehmen hätte diese zu erheblichen Belastungen geführt.
Nach den Worten von DSLV-Justiziar Ehlert ist der Verband bereit, bei einem Scheitern in erster Instanz bis zum Bundesgerichtshof zu ziehen. Der Streitwert werde mit über 5000 Euro so hoch angesetzt, dass eine Revision möglich sei, sagte er.
Durch das Zugeständnis der Deutsche Telekom , dass die Geräte nicht funktionierten, hätten sich die Erfolgsaussichten für eine Klage verbessert, sagte Ehlert. Bereits im Herbst 2003 hatten einzelne Unternehmen Schadenersatz-Klagen eingereicht. Die Telekom hält wie DaimlerChrysler 45 Prozent von Toll Collect.
Ein Sprecher von Toll Collect wollte sich nicht zu der geplanten Klage äußern. "Wir werden jeden Einzelfall prüfen", sagte er. Das Konsortium hatte die Einführung der Lkw-Maut wiederholt wegen technischer Probleme verschoben. Die Telekom rechnet nun mit dem Start der Lkw-Maut im vierten Quartal 2004 oder im ersten Quartal 2005. Einen genauen Termin will Toll Collect bis Ende Januar nennen.