Lkw-Maut: Toll Collect nach Lasttest optimistisch - DER SPIEGEL
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Lkw-Maut Toll Collect nach Lasttest optimistisch

Nachdem die ersten Versuche, die Lkw-Maut einzuführen, gründlich misslungen sind, üben sich Verkehrsminister und Betreiberfirma nun in demonstrativer Zuversicht. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte Toll Collect vor anderthalb Wochen einen groß angelegten Lasttest ausgeführt - mit Erfolg, wie es heißt.
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München/Hamburg - Nach Informationen des SPIEGEL hat der Betreiber Toll Collect das Maut-System kürzlich in einem Lasttest erprobt. Trotz einiger Pannen habe die Ausfallquote bei "lediglich drei Prozent" gelegen, sagte Toll-Collect-Chef Christoph. Dies sei für einen Test ein "äußerst erfreuliches Ergebnis". Das Bundesamt für Güterkraftverkehr habe nach dem Probelauf auf eine Wiederholung des Tests verzichtet, schreibt das Blatt. Den Toll-Collect-Hauptgesellschaftern DaimlerChrysler und Deutsche Telekom sei signalisiert worden, dass einem Start Anfang 2005 kaum noch etwas im Wege stehe.

"Nach der jüngsten Testserie gibt es bislang keinen Hinweis, dass das System zum Jahresbeginn 2005 nicht starten könnte", sagte Stolpe dem Magazin "Focus". Ähnlich äußerte sich Bellmer. "Wir haben keine Zweifel, dass wir mit der Mauterhebung am 1. Januar beginnen können", sagte er dem Magazin. Die bislang schleppende Datenübertragung auf die Bordgeräte der Lkw wolle Toll Collect beschleunigen. "180.000 Geräte sollen für die Kunden bis Mitte September bereit stehen", sagte Bellmer. Toll Collect hat nach eigenen Angaben inzwischen 125.000 Geräte an die Werkstätten ausgeliefert.

Unabhängig von der Terminplanung zum Maut-Start sieht sich Toll Collect dem Vorwurf ausgesetzt, Kartenmaterial des Berliner Unternehmens Euro Cities unerlaubt genutzt zu haben. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer Zeitungen hat das Landgericht Berlin Toll Collect bereits am 20. Juli untersagt, Daten von der Internet-Seite www.stadtplandienst.de herunterzuladen. Andernfalls drohe dem Unternehmen ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro. Toll Collect bestreitet die Vorwürfe und hat Berufung angekündigt.

Ursprünglich sollte die Lkw-Maut im August 2003 eingeführt werden. Aufgrund von Problemen mit dem Satelliten gestützten System und den Abrechnungsgeräten für die Lkw wurde der Start mehrfach verschoben. Erst nachdem Stolpe den Vertrag mit Toll Collect im Februar gekündigt hatte, sicherte das Konsortium einen Start zum Jahresbeginn 2005 zu. Um die Höhe der Schadensersatzzahlungen wird derzeit in einem Schiedsverfahren gerungen. Die Bundesregierung verlangt von Toll Collect 3,7 Milliarden Euro an entgangenen Maut-Einnahmen und Vertragsstrafen.