Lkw-Mautsystem: Deutsche Telekom erhält den Zuschlag - DER SPIEGEL
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Lkw-Mautsystem Deutsche Telekom erhält den Zuschlag

Die Deutsche Telekom hat zusammen mit DaimlerChrysler den Zuschlag für den Aufbau und Betrieb des deutschen Lkw-Mautsystems erhalten. Dem Telefonriesen könnte der Auftrag pro Jahr einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe einbringen.
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Berlin - Der Firmengruppe und der unterlegenen Bietergruppe Ages wurde die Entscheidung am Donnerstag mitgeteilt. Dies berichteten Regierungskreise in Berlin. Den Ausschlag habe ein erheblicher Preisunterschied gegeben.

Ages hat jetzt zehn Tage Zeit, die Entscheidung gerichtlich anzufechten. Erst nach Ablauf dieser Frist werde der Vertrag mit dem siegreichen Konsortium endgültig unterschrieben. Dabei ist auch der französische Autobahnbetreiber Cofiroute. An Ages sind unter anderem der britische Mobilfunkkonzern Vodafone sowie Aral und Shell Transport & Trading Co beteiligt.

Ein Sprecher von Ages sagte, ob die Entscheidung angefochten werde, sei noch nicht abschließend geprüft. Man halte sich alle rechtlichen Möglichkeiten offen.

Das Projekt sieht Errichtung, Finanzierung und Betrieb eines satellitengestützten Mauterfassungssystems für schwere Lkw vor, dass vom 1. Juli 2003 an arbeiten soll. Der Vertrag mit dem Betreiber soll über 12 Jahre laufen. Die Bundesregierung geht von einem Auftragsvolumen über die gesamte Laufzeit von 7,73 Milliarden Euro aus. Der Betrag kann allerdings höher oder geringer sein, da sich die Vergütung nach dem Leistungsumfang richte.

Die Deutsche Telekom erwartet von dem Zuschlag einen Gewinn in zweistelliger Millionenhöhe pro Jahr. Zudem würden Folgeaufträge aus anderen europäischen Staaten und auch den USA für ähnliche Projekte auf Landes- oder kommunaler Ebene für möglich gehalten, sagte der Telekom-Vorstand Josef Brauner am Donnerstag in Bonn. Die Deutsche Telekom sei mit ihren vier Säulen Festnetz, Systemaufbau, Mobilfunk und Internet bestens für solche Groß-Ausschreibungen gewappnet.

Das Bundesverkehrsministerium erwartet aus den Maut-Einnahmen jährlich rund 3,4 Milliarden Euro. Lkw über zwölf Tonnen müssen je nach Achszahl und Schadstoffausstoß durchschnittlich rund 15 Cent pro Kilometer zahlen. Das Erhebungssystem sieht vor, dass Lkw eine so genannte On Board Unit (OBU) mit sich führen, ein kleines Gerät etwa in der Größe eines Autoradios, das Signale über Satellit aussendet. So können die Strecke, die Größe und der Schadstoffausstoß des Lkw ermittelt und die Kosten entsprechend abgebucht werden. Das Gerät soll kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Den Einbau muss allerdings der LKW-Unternehmer zahlen.