Lkw-Streik in Spanien: Trucker-Protest fordert zwei Todesopfer - DER SPIEGEL
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Lkw-Streik in Spanien Trucker-Protest fordert zwei Todesopfer

Der Protest der Lkw-Fahrer gerät außer Kontrolle: Bei den Protesten von Lastwagenfahrern in Spanien und Portugal gegen die hohen Mineralölpreise sind zwei Straßenblockierer getötet worden - sie wurden ersten Erkenntnissen zufolge von wütenden Streikbrechern absichtlich angefahren.
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Madrid/Dublin - Die Emotionen kochen hoch: In Südspanien wurde ein Streikender in der Ortschaft Atarfe bei Granada von einem Lieferwagen angefahren und tödlich verletzt. Der Streikposten hatte dem Fahrzeug den Weg zu einem Großmarkt versperren wollen.

Lkw in La Jonquera: Blank liegende Nerven nach zwei Tagen Streik

Lkw in La Jonquera: Blank liegende Nerven nach zwei Tagen Streik

Foto: DPA

Wenige Stunden zuvor war in Mittelportugal bei Zibreira im Bezirk Santarém ein Streikposten von einem Lastwagen überfahren und getötet worden. Der 52-Jährige hatte einen herannahenden Lastwagen mit einem Stoppschild anhalten wollen. Der Fahrer des Lkw wurde festgenommen. Mehrere Augenzeugen berichteten, er habe den Streikposten absichtlich überfahren. "Das war Mord", sagte einer der Streikenden.

Die Exzesse sind nicht zuletzt auf blank liegende Nerven zurückzuführen, die die seit zwei Tagen andauernden Proteste gegen die hohen Mineralölsteuern nach sich ziehen: Zahlreiche Autobahnen sind blockiert der Verkehr staut sich über viel Kilometer. Am Dienstag brachten die Spediteure am Dienstag den Verkehr auf den wichtigsten Zufahrtsstraßen nach Madrid und in der Umgebung anderer Städte zum Erliegen. Auch aus Irland, Schottland und Portugal wurden Proteste gegen die hohen Energiepreise gemeldet.

Streikposten hinderten Lieferanten auch daran, Großmärkte in Madrid und anderen Städten mit Lebensmitteln zu versorgen. Bei La Junquera an der Grenze zu Frankreich saßen infolge des Streiks 2500 Lastwagen fest. In Barcelona gewährte die Polizei Tankwagen Geleitschutz, die die Tankstellen in Katalonien versorgen sollten. In der Region im Nordosten Spaniens hatten am Montag fast 40 Prozent der Tankstellen schließen müssen, weil ihnen das Benzin ausgegangen war. In Spanien kam es vielerorts zu Hamsterkäufen, weil die Bevölkerung sich für die kommenden Tage mit Lebensmitteln eindecken wollte.

Die Streikenden hatten damit gedroht, die Wirtschaft Spaniens zum Stillstand zu bringen. Der Preis für Dieselkraftstoff ist in Spanien in den vergangenen zwölf Monaten um 37 Prozent auf etwa 1,30 Euro gestiegen.

Auch im benachbarten Portugal setzten Lkw-Fahrer ihren am Montag begonnenen Ausstand fort. Dort wurde der Streikaufruf aber weniger befolgt als in Spanien, und es wurden keine größeren Engpässe bei der Versorgung gemeldet. In Schottland protestierten am Dienstag Lkw- Fahrer gegen die hohen Treibstoffpreise, in Irland die Fischer. In der kommenden Woche steht in Frankreich ein weiterer Streik der Lastwagenfahrer an, die gegen hohe Benzinpreise und Autobahngebühren protestieren.

Die Lkw-Fahrer wollen mit ihrem unbefristeten Ausstand erreichen, dass die Regierung Mindesttarife für das Transportwesen einführt und die Mineralölsteuern senkt. Die spanische Verkehrsministerin Magdalena Alvarez versicherte, die Versorgung der Bevölkerung sei garantiert. Die Regierung verhandele mit den Spediteuren, um möglichst rasch ein Ende des Ausstandes zu erreichen.

Die Opposition der konservativen Volkpartei (PP) verlangte, Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero solle im Parlament zur Rechenschaft gezogen werden. Die Regierung der Sozialisten habe nichts unternommen, um den Streik abzuwenden.

mik/dpa