Logistikkonzern Post schasst ihren USA-Chef
Köln - Post-Vorstandschef Appel teilte am heutigen Dienstag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Köln mit, dass der 52-jährige Ken Allen zum neuen Leiter des US-Expressgeschäfts ernannt wurde. Allen war bisher DHL-Chef für Osteuropa, den Mittleren Osten und Afrika. Der Brite löst Hans Hickler (45) ab, der "andere Aufgaben" übernimmt. Die Post hat mit ihrer Tochter DHL in den USA seit Jahren Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Euro angehäuft.
Das Ergebnis im US-Expressgeschäft sei weiter negativ und "nicht zufriedenstellend", sagte Appel. Die Konjunkturentwicklung sei für alle Anbieter schwierig. Derzeit würden alle Optionen geprüft, um zu einer Verbesserung zu kommen.
Einen Rückzug des Konzerns aus den USA schloss Appel aus. Er erklärte, der US-Markt bleibe "ein fester Bestandteil der globalen Strategie des Expressgeschäfts". Einen Plan, wie das US-Geschäft aus den roten Zahlen geführt werden soll, will Appel bis Ende Mai vorlegen. Allen solle schon jetzt die nötigen Schritte vorbereiten.
Auch über die Zukunft der Postbank ist nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden noch nicht entschieden. Die Post AG als Mutterkonzern denkt über ein Zusammengehen der Postbank mit einer anderen Privatbank nach. Alle Möglichkeiten würden "sorgfältig und ohne Zeitdruck analysiert".
Appel bezeichnete seinen Amtsantritt als Nachfolger des über eine private Steueraffäre gestürzten Klaus Zumwinkel als Beginn einer neuen Ära für den Konzern. Mit einem jüngeren, noch internationaler ausgerichteten Management-Team und hoch qualifizierten Mitarbeitern wolle sich die Deutsche Post World Net "noch stärker darauf konzentrieren, mehr Wert für unsere Investoren, Kunden und Mitarbeiter zu schaffen".
Die Post AG will in diesem Jahr eine Dividende von 90 Cent pro Aktie ausschütten, 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wegen der Probleme in den USA, die eine Wertberichtigung für das Anlagevermögen erforderlich machten, sank allerdings der Konzerngewinn im Jahr 2007 um 28 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 4,9 Prozent auf 63,5 Milliarden Euro.
Die Aktien der Deutschen Post sowie der Postbank gaben am heutigen Dienstagvormittag nach.
kaz/AP/dpa