Lohnrunde IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr
Stuttgart - Die IG Metall wird mit einer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde 2002 gehen. Darauf haben sich nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" der Vorstand und die Bezirksleiter der Gewerkschaft geeinigt. Bei einem Treffen mit dem Vorstand in Frankfurt sei die Gefahr gebannt worden, dass die IG Metall erstmals mit unterschiedlichen Forderungen ihrer Bezirke in die Tarifverhandlungen geht, heißt es in dem Blatt. Angesichts der Konjunkturkrise habe es in den Tarifbezirken abweichende Auffassungen über die Lohnhöhe gegeben.
Die großen Tarifkommissionen der IG Metall werden erst in den kommenden zwei Wochen die Forderungen beschließen. Zunächst werden die Tarifkommissionen in Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen ihre Entscheidung am kommenden Donnerstag bekannt geben. Ursprünglich, schreibt das Blatt weiter, sollte der große Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen am 16. Januar den Auftakt machen. Dieser Termin sei verschoben worden, damit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) über den nordrhein-westfälischen Arbeitsminister und früheren IG- Metall-Bezirksleiter Harald Schartau (SPD) "keinen mäßigenden Einfluss auf die Tarifpolitik nehmen" könne.
Der Tarifvertrag für die 3,6 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie läuft Ende Februar aus. Bisher war bekannt, dass die Tarifkommissionen eine Forderung im Volumen von 5 bis 7 Prozent stellen wollen.