Londoner Börse: Die Bieter stehen Schlange - DER SPIEGEL
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Londoner Börse Die Bieter stehen Schlange

Der Kampf um die LSE wird immer härter: Nach der Frankfurter und der Stockholmer Börse zeigt jetzt auch der Börsenverbund Euronext Interesse.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Euronext, der Zusammenschluss der Börsen in Amsterdam, Brüssel und Paris, prüfe derzeit die Finanzierung einer Übernahme der London Stock Exchange (LSE), berichtete der englische "Sunday Telegraph". Auch Instinet, die Börsenhandelstochter von Reuters, denke über ein Angebot nach, berichtete der "Independent".

Damit wird die Geschichte der LSE-Übernahme um noch ein Kapitel länger: Zunächst war da die Deutsche Börse AG in Frankfurt, die zusammen mit den Börsen in London, Madrid und Mailand die europäische Superbörse iX gründen wollte. Die Fusion würde den größten europäischen Aktienmarkt schaffen.

Vergangenen Dienstag meldete jedoch die schwedische OM Gruppen, Betreiber der Stockholmer Börse, ein Übernahmeangebot bei der LSE an. Daraufhin musste die LSE ihre Hauptversammlung, auf der am 14. September eigentlich über die Fusion mit der Deutschen Börse abgestimmt werden sollte, verschieben.

Laut "Take over"-Regeln müssen die LSE-Aktionäre erst das Angebot von OM Gruppen prüfen, bevor sie über die Fusion abstimmen können. Erst danach können sie die Deutsche Börse AG zu einem Gegenangebot auffordern, wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Börse, Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer, erklärte.

Die iX-Pläne sind damit weiter in der Schwebe. LSE-Chef Don Cruickshank bekräftigte am Montag in einem Gastbeitrag in der englischen Zeitung "Telegraph" allerdings noch einmal, dass iX weiterhin seine erste Option sei. Dabei folge er weder Politik noch Patriotismus, sondern nur "nüchternem Pragmatismus".