Londoner Explosionen: Märkte erholen sich nach Terrorschock - DER SPIEGEL
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Londoner Explosionen Märkte erholen sich nach Terrorschock

Die Explosionsserie in London hat zu einem Einbruch an den großen Handelsplätzen geführt. Der Deutsche Aktienindex verlor zwischenzeitlich mehr als drei Prozent. Auch die US-Märkte eröffneten schwächer.
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Frankfurt am Main/London - Nach dem Kursrutsch am Vormittag konnten sich die Indizes im Verlauf etwas erholen. Gegen 14.30 Uhr notierte der Dax   bei 4520 Punkten (minus 2,1 Prozent). In London gab der FTSE 100   auf 5108 Zähler nach (minus 1,8 Prozent), der CAC 40 in Paris verlor 2,2 Prozent und der Swiss Market Index (SMI) fiel um 1,4 Prozent.

Auch die Wall Street eröffnete schwächer. Der Dow Jones Industrials notierte gegen 15.50 Uhr 0,4 Prozent im Minus bei 10185 Punkten. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent nach. Er lag bei 1188 Zählern. Der technologielastige Nasdaq Composite notierte bei 2053 Punkten (minus 0,3 Prozent).

Händler sagten, die Nachrichten hätten "böse Erinnerungen" an die Anschläge vom 11. September 2001 und von 11. März 2004 in Madrid geweckt. Vor dem Hintergrund des G-8-Treffens in Schottland und der Entscheidung für London als Austragungsort der Olympischen Spiele 2012 seien die Märkte extrem nervös.

Das Clearinghaus der Londoner Börse, das für die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen an zuständig ist, wurde evakuiert. Die Einrichtung umfasst die drei Börsen London International Financial Futures and Options Exchange (Liffe), the London Metal Exchange (LME) und die International Petroleum Exchange (IPE). Der elektronische Handel gehe jedoch unbehindert weiter, sagte der Sprecher am Donnerstag.

Fast Market in London

Nach Einschätzung von Händlern sind Verzögerungen jedoch möglich. Die London Stock Exchange (LSE) rief einen so genannten Fast Market aus. In dieser Marktsituation kann wegen der erhöhten Umsätze am Aktienmarkt keine Ausführung zu den aktuell angegebenen Preisen gewährleistet werden.

Unter den Dax-Werten waren vor allem die Reisebranche, der Luftverkehr und die Versicherer betroffen. Der größte europäische Reisekonzern Tui   verlor mit Minus 6,12 Prozent am stärksten, gefolgt von der Lufthansa   mit einem Rückgang von 4,72 Prozent. Der Rückversicherer Münchner Rück   büßte 4,64 Prozent ein und der Versicherungskonzern Allianz 4,56 Prozent. Bei vermeintlichen Anschlägen sind die Versicherer immer die Verlierer", sagte Giuseppe-Guido Amato, Marktstratege bei Lang & Schwarz.

Unruhe am Ölmarkt

Am Ölmarkt lösten die Explosionen nach Angaben von Händlern Panikverkäufe aus. Es gebe Sorgen am Markt über die Auswirkungen der Explosionen auf die Wirtschaft. Der Ölpreis rutsche um fast zwei Dollar auf 59,30 Dollar je Barrel (159 Liter) der US-Leichtölsorte WTI.

Zugleich zog der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future in der Spitze um 140 Ticks auf ein Allzeithoch von 124,06 Punkte an. In politisch unsicheren Zeiten ziehen Anleger in der Regel die Staatsanleihen als vermeintlich sicheren Anlagehafen den Aktien vor.

An den Devisenmärkten geriet das Pfund Sterling unter massiven Verkaufsdruck. Mit 1,7403 Dollar notierte die britische Währung auf dem niedrigsten Niveau seit 19 Monaten.

Notenbanken lassen Zins unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen für den gemeinsamen Währungsraum unverändert gelassen. Wie die Zentralbank heute nach der turnusmäßigen Sitzung des EZB-Rates in Frankfurt am Main mitteilte, bleibt der entscheidende Leitzins bei zwei Prozent.

Die britische Notenbank hat ihren wie erwartet bei 4,75 Prozent belassen. Das teilte die Bank England (BOE) heute nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses in London mit.