Luftfahrt Billigflieger Ryanair steigert Gewinn
London - Europas führender Billigflieger hat Gewinn und Umsatz im zweiten Quartal deutlich gesteigert und erwartet auch in den kommenden Monaten gute Geschäfte. "Wir haben für das nächste Jahr jede Menge Pläne und sind besonders für den Sommer zuversichtlich", sagte Finanzchef Howard Millar heute. Das Unternehmen hob die Prognose für das Gesamtjahr (bis Ende März) an. Nun werde ein Anstieg des Nettogewinns auf 350 Millionen Euro erwartet, das entspreche einem Plus von 16 Prozent, teilte Ryanair mit. Zuvor war die Fluggesellschaft von einem Anstieg um elf Prozent ausgegangen.
In der ersten Jahreshälfte bis Ende September erzielte Ryanair einen Rekordgewinn von 329 (Vorjahr: 237) Millionen Euro, das bedeutet einen Sprung von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Je Aktie verdiente der Konzern damit 42,67 Cent. Die Erlöse kletterten um 33 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Darin spiegelt sich ein Anstieg der Passagierzahlen um 23 Prozent und ein Anstieg der Durchschnittserlöse pro Passagier um neun Prozent wider.
Zwar erhöhten sich die Treibstoffkosten des Unternehmens um 42 Prozent auf 337 Millionen Euro, aber in den kommenden Monaten werde Ryanair unter anderem vom zuletzt gesunkenen Ölpreis profitieren, teilte die Fluggesellschaft mit. Das Unternehmen habe die Absicherung gegen steigende Preise ausgebaut. "Wir sehen uns den Ölpreis auf dem Terminmarkt genau an, mit Blick auf die Absicherung unseres Bedarfes im Geschäftsjahr 2008."
Analysten reagierten erfreut auf die Zahlen. "Das sind sehr gute Ergebnisse, und besonders der Ausblick ist deutlich besser", sagte John Sheehan, Analyst bei NCB Stockbrokers.
Ryanair kündigte zudem an, die Übernahme der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus weiter voranzutreiben. Der Prozess werde vermutlich bis Ende Dezember dauern, sagte Finanzchef Millar. Theoretisch könne Ryanair das Übernahmeangebot, das derzeit Aer Lingus mit 1,48 Milliarden Euro bewertet, noch anheben. Der derzeit gebotene Preis sei jedoch ein "guter Startpunkt".
Ryanair ist mit der geplanten Übernahme der ehemaligen irischen Staatsgesellschaft auf erbitterten Widerstand bei Anteilseignern, Management und Beschäftigten gestoßen. Zuletzt hatte das Direktorium den Aktionären die Ablehnung der Offerte empfohlen - selbst, wenn diese aufgestockt würde.
kaz/Reuters/dpa-AFX