Luftfahrt Boeing räumt Probleme mit dem Dreamliner ein
London - Es ist der Dreamliner, Boeings neuer Verkaufsschlager, der Probleme verursacht. "Einige Bereiche sind noch nicht so weit, wie wir es gerne hätten", erklärte der Leiter des Bereichs Zivilluftfahrt, Alan Mulallay, am Vorabend der Luftfahrtschau in Farnborough. Die Maschine sei zu schwer, und auch mit einigen Zulieferern gebe es Probleme. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Nach Angaben von Mulallay bleiben die Probleme aber im Rahmen des Normalen beim Bau neuer Flugzeuge. Am Plan eines ersten Testfluges Mitte kommenden Jahres und der Auslieferung ab 2008 ändere sich nichts.
Das Eingeständnis kommt zur Unzeit. Boeing verhandelt derzeit nach eigenen Angaben über Bestellungen von fast 1000 Maschinen seines Hoffnungsträgers. Bislang hätten 30 Kunden Interesse an dem "Dreamliner" gezeigt, hieß es. Die Verhandlungen könnten jetzt möglicherweise schwieriger werden.
Gewichtsprobleme haben auch dem Ruf des Airbus A380 geschadet. Die Schwierigkeiten waren so erheblich, dass sich die Auslieferung der ersten Maschinen verzögert. Wie am Wochenende bekannt wurde, haben sich die Entwicklungskosten fast verdoppelt.
Das gilt auch für den A350, der wegen seiner wenig aufregenden technischen Neuerungen von einigen Airbus-Kunden offen kritisiert worden war. Airbus hatte daraufhin ein verstärktes Engagement bei der Entwicklung des direkten 787-Konkurrenten angekündigt. Die überarbeiteten Versionen des A350 sollen heute bei der Luftfahrtschau in Farnborough ebenso präsentiert werden wie der A380.
Für die Boeing 787 Dreamliner liegen nach Firmenangaben 360 feste Bestellungen vor, für den A380 rund hundert. Vom Modell 747 will die arabische Fluggesellschaft Emirates Branchenkreisen zufolge zehn Stück bestellen. Die Fluglinie aus Dubai sei an der neuesten Frachtversion der Jumbo-Baureihe, 747-8, interessiert, sagten Branchenvertreter. Ein Geschäftsabschluss könnte in Farnborough bekannt gegeben werden. Die zehn Maschinen hätten einen Listenpreis von insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Vertreter des US-Flugzeugbauers und von Emirates Airlines wollten sich zu den Angaben nicht äußern.
mik/Reuters/AP