Luftfahrt: Lufthansa verhandelt über Einstieg bei Alitalia - DER SPIEGEL
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Luftfahrt Lufthansa verhandelt über Einstieg bei Alitalia

Die marode Fluggesellschaft Alitalia darf wieder hoffen: Nun hat sich die Lufthansa in die Verhandlungen über die Zukunft der italienischen Airline eingeschaltet. Lufthansa-Chef Mayrhuber will so dem Konkurrenten Air France-KLM zuvorkommen.
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Frankfurt am Main/Rom - Lufthansa Chef Wolfgang Mayrhuber ist extra nach Rom gereist, um über einen Einstieg bei der Fluggesellschaft Alitalia zu verhandeln - auf Einladung der italienische Regierung. Eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte die Gespräche. Geplant seien demnach auch Termine mit Arbeitnehmervertretern des italienischen Unternehmens.

Lufthansa   räumte erstmals eine Rolle bei den Bemühungen um die Rettung von Alitalia   ein, wollte sich zum Inhalt der Gespräche aber nicht äußern.

Ein Gewerkschaftsvertreter sagte nach dem Treffen, die zweitgrößte europäische Fluggesellschaft habe dabei Interesse an Alitalia bekundet. Die Gewerkschaft der italienischen Flugbegleiter hat den Rettungsplan für die insolvente Alitalia bereits unterschrieben. Diese Entscheidung sei gefallen, nachdem die Arbeitnehmervertretung für die Kollegen, deren Stellen bedroht sind, sowie für die Gehälter Garantien erhalten habe, teilte die Gewerkschaft Anpav mit. "Den Dokumenten zufolge werden bei den Flugbegleitern 1300 Arbeitsplätze wegfallen", sagte Anpav-Präsident Massimo Muccioli.

Ob sich Lufthansa tatsächlich an Alitalia beteiligt, ist nach Einschätzung von Branchenkennern offen. Bislang hatte sich Lufthansa bei Alitalia mit dem Verweis zurückgehalten, dass das Unternehmen erst eine umfassende Restrukturierung durchlaufen müsse, bevor an ein Engagement zu denken sei. Air France-KLM   hatte dagegen bereits Interesse an der Minderheitsbeteiligung an einer neuen Alitalia signalisiert.

Alitalia steht seit Monaten vor dem Abgrund. Ein Verkauf der Fluggesellschaft scheiterte mehrmals am Widerstand der Gewerkschaften, die massive Stellenstreichungen und Lohnkürzungen befürchten. Am Donnerstag zeigte ein großer Teil der Arbeitnehmerverbände dann erstmals Kompromissbereitschaft - in letzter Minute. Die Flugbehörde hatte bereits mit dem Entzug der Betriebserlaubnis gedroht. Damit liegt das milliardenschwere Kaufangebot des italienischen Investorenkonsortiums CAI wieder auf dem Tisch. Dieses will die gesunden Teile der Alitalia nach einer kräftigen Geldspritze mit dem Rivalen AirOne zusammenführen.

Kreisen zufolge wollen die Geschäftsleute eine ausländische Fluggesellschaft für eine Beteiligung an dem Rettungsplan gewinnen. Zur Disposition stehe ein Anteil von rund 20 Prozent, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. Dies wäre auch für die Lufthansa attraktiv, die den Kreisen zufolge in jedem Fall weniger als 50 Prozent anstrebe. Die Hoffnung in Italien ist, dass ein starker Airline-Partner das Überleben des Unternehmens sichert.

cvk/Reuters/ddp/dpa