Luftfahrt Putin genehmigt Schaffung eines Aeroflot-Rivalen
Moskau - Fünf regionale Fluggesellschaften würden nun in der Air Union aufgehen, die zu mindestens 45 Prozent im Staatsbesitz bleibe, hieß es nach Angaben des Präsidialamtes in einem von Putin unterzeichneten Dekret. Russischen Medien zufolge haben die betreffenden Fluglinien Verbindungen zu dem Milliardär Boris Abramowitsch, der wiederum gute Beziehungen zum Kreml unterhält.
Im Einzelnen handelt es sich um die Fluglinien KrasAir, Domodedovo, Samara Airlines, Omskavia und Sibaviatrans, die unter der neuen Holding zusammengeführt werden. Zusammen transportierten sie im vergangenen Jahr 4,9 Millionen Passagiere. Die Gründung der neuen Fluggesellschaft hat nicht zuletzt zum Ziel, den Wettbewerb auf dem Inlandsmarkt für die Platzhirsche Aeroflot und S7 zu verschärfen.
Air Union soll aber auch dazu beitragen, die in der jüngsten Vergangenheit heftig kritisierten Sicherheitsstandards einiger privat betriebener Fluglinien in Russland zu verbessern. Viele Fluglinien greifen bislang wegen fehlenden Kapitals auf steinalte Maschinen aus der Sowjetzeit zurück und vernachlässigen überdies die regelmäßige Wartung. Die neue Holding dagegen dürfte über genügend Geld, um die notwendigen Sicherheitsstandards sicherzustellen.
Das verbesserte Angebot, so das Kalkül, ermögliche es den Kunden, die sicherste Fluglinie zu wählen. Allein im vergangenen Jahr waren in Russland bei Luftfahrt-Unfällen mehr als 400 Menschen ums Leben gekommen.
Die neue Gesellschaft werde auf eine Liste von sogenannten strategischen Firmen kommen, die vor ausländischen Übernahmen geschützt werden, hieß es in dem Dokument weiter. Der Zusammenschluss soll in von sechs Monaten über die Bühne sein.
mik/Reuters