Luftfahrtkonzern: Russen geben EADS auf - DER SPIEGEL
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Luftfahrtkonzern Russen geben EADS auf

Der Widerstand war zu groß: Erst hoffte die russische Staatsbank VTB auf ein größeres Aktienpaket und einen Sitz im Verwaltungsrat von EADS. Daran aber hat der europäische Rüstungskonzern kein Interesse - weshalb sich die Russen jetzt von ihren Anteilen trennen wollen.
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Frankfurt am Main - Sie wollte politischen Einfluss, bekommen hat sie nicht einmal ein ausreichendes Aktienpaket. Nach gut einem Jahr vergeblichen Wartens will sich die russische Staatsbank VTB verschnupft wieder aus dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS zurückziehen. "In den kommenden zwei bis drei Monaten werden wir unsere Beteiligung an EADS substanziell verringern", sagte Institutschef Andrej Kostin heute auf einer Bankenveranstaltung in Frankfurt. Bis zum Jahresende würden entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet. Als Grund gab Kostin Sorgen des Marktes über die VTB-Beteiligung an EADS an.

VTB hatte vor einem Jahr fünf Prozent an EADS   erworben und sich Hoffnungen auf einen größeren Einfluss bei dem europäischen Konzern gemacht. EADS hatte aber von Anfang an die russische Beteiligung lediglich als Teil des Streubesitzes ohne Mitspracherechte betrachtet. Ein Sitz für die Russen im Verwaltungsrat kam daher nach den Unternehmensregeln von EADS nicht in Frage.

Die VTB und Russlands Präsident Wladimir Putin zogen sich daraufhin auf den Standpunkt zurück, die EADS-Beteiligung sei eine reine Finanzinvestition. Die zunächst angepeilte Erhöhung des Anteils blieb aus. Zuletzt hatte Kostin einen Verkauf der Beteiligung vom Preis abhängig gemacht. EADS leidet unter der Krise seiner wichtigsten Tochter Airbus, die Milliarden Euro verschlang. Er glaube aber weiter fest an EADS und gehe auch davon aus, dass sich die Lage bei dem Unternehmen wieder verbessern werde, sagte Kostin.

sam/Reuters