Luftfahrtkrise: Boeing verliert ersten Dreamliner-Auftrag - DER SPIEGEL
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Luftfahrtkrise Boeing verliert ersten Dreamliner-Auftrag

Die Lieferverzögerungen beim neuen Boeing-Flieger Dreamliner haben Konsequenzen: Erstmals hat eine Fluggesellschaft den Jet abbestellt. Airbus droht derzeit sogar der Verlust eines Großauftrags - dem Kunden fehlt das Geld, um die bestellten Jets zu bezahlen.
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Seattle/Hamburg - Der US-Flugzeugbauer Boeing   hat erstmals eine Abbestellung für sein mehrfach verschobenes Langstreckenflugzeug 787 Dreamliner erhalten. Die Fluggesellschaft Aserbaidschan Airlines kündigte wegen der Verzögerungen den Auftrag für eine der neuen Maschinen und bestellte stattdessen eine Boeing 767. An der Bestellung zwei weiterer Dreamliner halte die Fluggesellschaft aber fest, teilten Boeing in Seattle im US-Bundesstaat Washington und Aserbaidschan Airlines mit.

"Wir freuen uns darauf, die 787 zu fliegen", versicherte der aserbaidschanische Airline-Präsident Dschahangir Askerow. Allerdings müsse die Fluggesellschaft kurzfristig ihre Kapazitäten wahren, deshalb weiche sie auf die bereits lieferbare 767 aus.

Das Prestigeprojekt Dreamliner war Boeing vor allem wegen Zulieferproblemen massiv aus dem Ruder gelaufen. Nun soll das Flugzeug im vierten Quartal dieses Jahres erstmals fliegen. Die erste Maschine soll erst im dritten Quartal 2009 an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) übergeben werden. Ursprünglich war eine Auslieferung im vergangenen Mai vorgesehen. Damit macht Boeing ähnliche Erfahrungen wie der europäische Konkurrent Airbus, der Schwierigkeiten mit der rechtzeitigen Auslieferung des Riesenjets A380 hatte. Die Boeing 787 ist trotz der Probleme das erfolgreichste Flugzeug der Konzerngeschichte mit bislang rund 900 Bestellungen von 58 Kunden.

Auch Airbus droht derzeit eine Abbestellung. Es geht um einen milliardenschweren Großauftrag der angeschlagenen amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines über 42 Flugzeuge. Der Lufthansa-Partner kann die Order für 2,2 Milliarden Dollar wegen seiner Krise nach eigenen Angaben wohl nicht aufrechterhalten.

Die EADS-Tochter Airbus würde im Fall der Abbestellung zumindest eine bereits geleistete Anzahlung von 91 Millionen Dollar behalten können. Das teilte die Fluggesellschaft der US-Börsenaufsicht SEC mit.

Hintergrund des Rückziehers ist die Krise der US-Luftfahrtbranche. United schreibt derzeit wie alle großen US-Wettbewerber rote Zahlen. Das Unternehmen streicht derzeit seinen Flugplan zusammen und will bis nächstes Jahr 7000 seiner rund 55.000 Arbeitsplätze abbauen sowie 100 Flugzeuge stilllegen.

kaz/dpa-AFX/AFP

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