Lufthansa-Bilanz 2006: Ein Jahr voller Rekorde - DER SPIEGEL
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Lufthansa-Bilanz 2006 Ein Jahr voller Rekorde

Lufthansa-Chef Mayrhuber ärgert sich über die Klimaschutzdebatte: Auf der Jahrespressekonferenz forderte er "Ökorationalismus statt Ökopopulismus". Ansonsten aber war der Airline-Vorstandsvorsitzende in Hochstimmung. Die Lufthansa hat ein Jahr voller Rekorde hinter sich.
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Frankfurt am Main - Klimaschutzdebatte hin oder her - die Luftfahrt bleibt auf absehbare Zeit Wachstumsbranche, davon ist Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber überzeugt. Im vergangenen Jahr steigerte die Lufthansa ihren Umsatz um fast 10 Prozent auf den Rekordwert von 19,8 Milliarden Euro, das operative Ergebnis lag bei 845 Millionen Euro. Auch der Konzerngewinn nach Steuern war mit 803 Millionen Euro so hoch wie nie und legte kräftig um 77,3 Prozent zu.

Rekordwerte bei der Kundenzufriedenheit und der Zahl der Fluggäste hätten zudem zu neuen Jobs geführt. 2006 und 2007 würden insgesamt 5500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Schon im laufenden Geschäftsjahr soll die Lufthansa weitere Bestmarken erreichen, spätestens 2009 soll der operative Gewinn die Milliardengrenze überschreiten.

Das Ergebnis von 2006 sei "Lohn für solide Arbeit und für eine tolle Teamleistung aller", jubelte Mayrhuber. Er wolle nicht verschweigen, dass die Zahlen in einem besseren konjunkturellen Umfeld als in den vergangenen Jahren erzielt worden seien. Der Erfolg sei aber auch in viel stärkerem Maße auf ein erfolgreiches Kostenmanagement, eine klare Kundenorientierung und eine solide Finanzstruktur zurückzuführen.

Die Airline habe sich im vergangenen Jahr weiter erfolgreich auf ihre Kernkompetenzen konzentriert und bis Ende 2006 insgesamt 1,23 Milliarden Euro an Kosten eingespart, wie Finanzvorstand Stephan Gemkow erklärte. Vor allem das zentrale Feld der Passagierbeförderung habe so mit einem Gewinnanstieg von 200 Prozent auf mehr als 400 Millionen Euro sehr positiv abgeschnitten. Die Verkehrserlöse seien um 10,4 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro gestiegen. Außerdem habe die Linie ihre Kapazität weiter aufgestockt. 2006 seien 63 Mittel- und Langstreckenflugzeuge bestellt worden.

Insgesamt erhöhten sich die Investitionen auf 1,9 Milliarden Euro. Ziel sei es, auch in Zukunft weiter profitabel zu wachsen. Dafür muss es laut Mayrhuber aber entsprechende Rahmenbedingungen geben. "Bürokratie, langwierige Planfeststellungsverfahren oder Flaschenhalspolitik sind da wenig hilfreich", betont der Lufthansa-Chef. Sie seien Gift für die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Umwelt.

So müsse beispielsweise der Frankfurter Flughafen schleunigst ausgebaut werden, außerdem müsse es eine umsetzbare Nachtflugregelung geben. "Bei einem absoluten Nachtflugverbot droht der Verlust von bis zu 7300 direkten und indirekten Arbeitsplätzen bei Lufthansa Cargo und Condor", warnte Mayrhuber. Deutschland falle zurück, wenn die Drehscheibe Frankfurt an Bedeutung verliere.

Der Vorstandsvorsitzende warnte zudem vor einer Verurteilung des Flugverkehrs als Klimakiller. Ohnehin gelte es, mit Mythen aufzuräumen: "Es ist an der Zeit, den Öko-Populismus durch Öko-Rationalismus zu ersetzen", betonte er. Die Airlines unternähmen aus eigenem Antrieb größte Anstrengungen, den Treibstoffverbrauch und damit die Emissionen zu senken. Mayrhuber wandte sich gegen eine einseitige Einbeziehung der europäischen Fluglinien in den Emissionshandel. Das hätte massive Wettbewerbsnachteile zur Folge.

ase/AP

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