Lufthansa-Bilanz: Die Steigerung von rot - DER SPIEGEL
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Lufthansa-Bilanz Die Steigerung von rot

Sars, Irak-Krieg, Konjunkturflaute: Dass die Lufthansa im ersten Quartal einen Verlust verbuchen würde, war erwartet worden. Nun warnte sie überraschend vor roten Zahlen auch im Gesamtjahr.
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Frankfurt am Main - Die Lufthansa begründete die Warnung vor einem operativen Verlust mit der schweren Branchenkrise. "Die Lage war noch nie so ernst", sagte Konzernchef Jürgen Weber. Die Höhe des Defizites 2003 sei von der weiteren Entwicklung der weltweiten Konjunktur, der Lungenkrankheit Sars und der Lage im Nahen Osten abhängig.

Bereits im ersten Quartal hat die Lufthansa einen überraschend hohen operativen Verlust von 415 Millionen Euro verzeichnet. Im Vorjahresquartal fiel noch ein kleines Plus von 12 Millionen Euro an. Analysten hatten mit einem operativen Verlust von maximal 350 Millionen gerechnet, viele waren noch deutlich optimistischer. Die Sparmaßnahmen der Lufthansa greifen offenbar weniger stark als erhofft.

Schulden sinken, Umsatz schrumpft

Die finanzielle Situation des Konzerns sei aber weiter stabil, hieß es von der Lufthansa weiter. So sei die Nettoverschuldung im ersten Quartal auf eine Milliarde Euro reduziert worden. "Dank unserer finanziellen Stärke werden wir auch bei einer länger dauernden Krise unsere erarbeitete Position halten können", unterstrich Weber. Auch werde die Lufthansa trotz Sparzwangs weiter in Zukunftsprojekte investieren.

Der Konzern hat bereits verschiedene Maßnahmen zur Bewältigung der schweren Lage eingeleitet, vor allem die Flugkapazitäten stark reduziert und Einsparungen bei den Personalkosten durchgesetzt. Dennoch gingen zuletzt die Passagierzahlen und die Auslastung der Maschinen weiter zurück, insbesondere das Asien-Geschäft brach wegen Sars dramatisch ein.

Aktie im Zickzackkurs

Der Umsatz des Konzerns sank im ersten Quartal von 3,85 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro. Analysten hatten die Einnahmen zwischen 3,68 Milliarden und 4,1 Milliarden Euro erwartet. Die Erlöse aus dem Verkehrsgeschäft sanken noch stärker um 5,8 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Unterstützt durch den Verkauf der Anteile am Buchungssystem Start Amadeus für fast 80 Millionen Euro stiegen die sonstigen Erträge um 91,9 Prozent auf 401 Millionen Euro.

Der Aktienkurs der Deutschen Lufthansa startete zunächst mit einem Verlust von drei Prozent in den Handel, erholte sich dann aber leicht und notierte im weiteren Verlauf rund ein Prozent schwächer bei 9,11 Euro.