Lufthansa-Chef Weber "Briten machen die Tür zu"
Brüssel - "Die Briten machen die Tür zu", klagte Weber in Brüssel. Der Londoner Transatlantikmarkt sei fest reguliert und damit der teuerste in Europa. Ein aus Deutschland nach New York reisender Geschäftsmann zahle 1600 Pfund (4800 Mark) weniger als ein von London-Heathrow aus startender Passagier, sagte Weber mit Hinweis auf eine Studie des US-Unternehmens American Express. Die Lufthansa habe ihre Beschwerde im Rahmen der laufenden Brüsseler Untersuchungen zu den internationalen Allianzen der Fluggesellschaften abgegeben.
Die Fluggesellschaft British Midland, an der Lufthansa 20 Prozent hält, habe der britischen Regierung angezeigt, sie wolle Nordatlantik-Verbindungen aufnehmen. Offenbar ohne Erfolg. "Unser Wettbewerber British Airways will keinen zusätzlichen Konkurrenten haben", sagte der Lufthansa-Chef.
Nach Branchenangaben betreiben British Airways, American Airlines, United Airlines und die britische Gesellschaft Virgin von Heathrow aus Transatlantikverkehr.
Weber wies zudem Meldungen zurück, die Lufthansa verhandele mit der Post AG über eine Logistik-Allianz, die mit geschätzt 17 Milliarden Mark Umsatz zum weltgrößten Luftfracht-Unternehmen würde. "Ich kann nicht bestätigen, was in der Presse gestanden hat", so Weber. Unter anderem hatte SPIEGEL ONLINE über das Vorhaben berichtet. Daraufhin hatte ein Lufthansa-Sprecher gegenüber der Agentur vwd die Gespräche bestätigt, später aber wurde seine Aussage widerrufen.
Schon lange kooperierten Lufthansa und Post im Frachtverkehr. "Es ist klar, dass wir versuchen, diese Zusammenarbeit zu verbessern."