Lufthansa Gewinn-Erwartungen deutlich verfehlt
Frankfurt am Main - Die Lufthansa nannte als Gründe für den Rückgang des Ergebnisses die Belastungen aus gestiegenen Treibstoffaufwendungen und die Vorlaufkosten für die E-Business-Initiativen des Konzerns. Einzelheiten will Lufthansa-Chef Jürgen Weber im Rahmen der Bilanzpressekonferenz heute Vormittag bekannt geben.
Experten hatten mit weitaus besseren Zahlen gerechnet. Jochen Wolf, Analyst der GZ-Bank, hatte den Quartalsgewinn mit 85 Millionen Euro beziffert. Für Martin Borghetto von Morgan Stanley Dean Witter stand ein Gewinn von 47 Millionen in den Büchern.
Trotz des Einbruchs zeigten sich die Analysten für das Gesamtjahr optimistischer. Zwischen 1,21 Euro und 2,15 Euro Gewinn je Aktie liegen ihre Gewinnschätzungen. Für Frank Biller, Luftfahrtexperte bei der Baden-Württembergischen Bank, wird der Gewinn am Ende 1,80 Euro je Aktie betragen. Christian Obst von der Münchner HypoVereinsbank senkte vor wenigen Tagen seine Prognose von 2,40 Euro auf 2,15 Euro.
Für Jochen Wolf steht das Urteil bereits so gut wie fest: Selbst wenn er nach der Bilanzpressekonferenz am Freitag seine Gewinnschätzung auf 1,90 Euro je Aktie senken müsste, würde er das Papier empfehlen: "Ich halte sie für die weltweit am besten positionierte Gesellschaft." Sein Kollege Borghetto spricht vom stärksten und bestpositionierten Langstreckenbetreiber Europas und empfiehlt, kurzfristig auftretende Kursschwächen als Kaufgelegenheit zu verstehen.