Lufthansa: Kartellamt will Preiserhöhung erzwingen - DER SPIEGEL
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Lufthansa Kartellamt will Preiserhöhung erzwingen

Der Präsident des Bundeskartellamts, Ulf Böge, hat der Lufthansa einen "Missbrauch von Marktmacht" vorgeworfen. Auf der Strecke Berlin-Frankfurt betreibe die Fluggesellschaft Dumping, Ticketpreise für andere Strecken seien zu hoch.
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Berlin - Das Bundeskartellamt will durchsetzen, dass die Lufthansa   künftig Tickets für die Strecke Berlin-Frankfurt/Main zu einem höherem Preis verkaufen muss als die neu gestartete Fluggesellschaft Germania. Der Präsident des Bundeskartellamtes, Ulf Böge, sagte der "Welt" (Samstagsausgabe): "Wir sagen, dass es bei den Unterkosten-Verkäufen wegen der zusätzlichen Serviceleistungen der Lufthansa einen gewissen Preisabstand zur Germania geben muss. Im Fall Berlin-Frankfurt am Main beträgt dieser Abstand nach unseren vorläufigen Ermittlungen mindestens 40 Euro."

Böge wies den Vorwurf zurück, die Behörde wolle der Fluggesellschaft die Preise vorschreiben: "Wir schreiben die Preise nicht vor, sondern wir sagen, wo wir Missbrauch von Marktmacht sehen. Das können zu hohe aber auch zu niedrige Preise sein, wenn sie unter den eigenen Kosten liegen und das Ziel haben, einen unliebsamen, kleinen Mitbewerber vom Markt zu verdrängen."

Es sei deshalb auch kein Widerspruch, dass gegen die Lufthansa noch immer ein Verfahren anhängig sei, in dem der Airline vorgeworfen werde, zu teuer zu sein. "Die Differenz zwischen den alten und neuen Lufthansa-Preisen beträgt rund 230 Euro", sagte Böge. "Wenn die Lufthansa jetzt behauptet, dass sie bei einem Preis von 200 Euro für Hin- und Rückflug ihre Tickets nicht unter den eigenen Kosten verkauft, dann ist der ursprüngliche Preis in Höhe von 430 Euro doch sicher zu hoch - also ein Missbrauch von Marktmacht."

Die Lufthansa habe ihre Preise nur auf der Strecke Berlin-Frankfurt/Main abgesenkt, wo es mit Germania einen neuen Wettbewerber gebe. "Auf allen anderen Strecken ist nichts passiert - aber die Kosten der Lufthansa klaffen im innerdeutschen Verkehr doch nicht so weit auseinander", sagte Böge.