Lufthansa-Piloten Neuer Streik wahrscheinlich
München - Die Vereinigung Cockpit und die Verhandlungsführer der Lufthansa haben auch nach dreitägigen Verhandlungen am Dienstag noch keinen nennenswerten Fortschritt erzielt, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Aus dem Umfeld der Verhandlungen verlaute, die Gespräche hätten einen kritischen Punkt erreicht. Somit sei ein ganztägiger Streik am Donnerstag wieder wahrscheinlicher geworden. Beide Seiten wollten sich der Zeitung zufolge zum Stand der Verhandlungen nicht äußern. Der Streik ist nach Äußerungen des Cockpit-Sprechers Georg Fongern jedenfalls noch nicht abgesagt.
Unterdessen hat Unternehmensberater Roland Berger vor gravierenden Folgen der Tarifauseinandersetzungen bei der Lufthansa gewarnt. "Die Pilotenforderungen gefährden den inneren Frieden der Lufthansa. Das wird sich auch auf das Geschäft auswirken", sagte Berger in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Angesichts bisheriger "vernünftiger" Tarifabschlüsse von 3,5 Prozent sei es "kein Wunder", dass unter anderen Lufthansa-Berufsgruppen die Neigung wachse, dem Beispiel der Piloten zu folgen. Berger nannte die Forderungen der Piloten jenseits aller Realität. Sie würden den Gewinn der Lufthansa um ein Drittel senken. Damit könne der Konzern seine Kapitalkosten nicht mehr verdienen.
Der Unternehmensberater rät dem Lufthansa-Management, in der Auseinandersetzung hart zu bleiben. "Die Passagiere ertragen sicher eher einige Donnerstage Streik, als dass betriebs- und volkswirtschaftlich unsinnigen Forderungen nachgegeben wird", sagte Berger.