Lufthansa: "Piloten-Streikdrohung erschwert Prognose" - DER SPIEGEL
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Lufthansa "Piloten-Streikdrohung erschwert Prognose"

Lufthansa-Chef Jürgen Weber weiß nach dem Gewinneinbruch in den ersten drei Monaten 2001 auch nicht weiter. Angesichts der Wirtschaftsschwäche in den USA will er keine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wagen.
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Frankfurt am Main - Auf Grund des abgeschwächten Wachstums der Weltkonjunktur und der verhältnismäßig hohen Tarifforderungen der Lufthansa-Piloten waren bereits Spekulationen um einen Gewinneinbruch bei der Lufthansa in diesem Jahr aufgekommen, die die Gesellschaft bisher jedoch zurückwies. Konzernchef Weber sagte jetzt auf der Jahrespressekonferenz, die Lufthansa verfolge in allen Geschäftsfeldern die Entwicklung "ohne Euphorie, aber auch ohne Pessimismus".

Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley verwies auf die im vergangenen Jahr teilweise deutlich gesteigerten Konzernzahlen. Neben Umsatz und Gewinn seien auch die Auslastung der Maschinen sowie die Zahl der geflogenen Passagiere gewachsen. Trotz umfangreicher Absicherungen hätten aber die hohen Treibstoffkosten die Bilanz belastet. So habe der Aufwand für Treibstoff im vergangenen Jahr um 65 Prozent zugenommen.

Im ersten Quartal 2001 hätten der hohe Ölpreis sowie der gestiegene Dollar-Kurs das Ergebnis mit insgesamt 121 Millionen Euro belastet. Insgesamt sei die Lufthansa jedoch zuversichtlich, auch in diesem Jahr ihre Spitzenposition in der Branche zu behaupten und einen positiven Wertbeitrag zu erwirtschaften, sagte Kley.

Im Blick auf die derzeitigen Verhandlungen mit der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) sagte Lufthansa-Chef Weber, der Tarifabschluss müsse sich nach der heutigen und erwarteten Situation der Lufthansa richten. Die bisherigen Forderungen der VC seien für die Lufthansa nicht erfüllbar. Die Piloten-Gewerkschaft fordert für ihre rund 4200 Lufthansa-Mitglieder eine Erhöhung der Bezüge um durchschnittlich 35 Prozent sowie eine Ergebnisbeteiligung.

VC begründet dies damit, dass die Lufthansa-Piloten vor rund zehn Jahren zur Sanierung des damals angeschlagenen Konzerns Gehaltseinschnitten zugestimmt hätten, die nach wie vor nicht aufgeholt worden seien. Derzeit stimmen die VC-Mitglieder im Rahmen einer Urabstimmung über mögliche Streiks zur Durchsetzung der Tarifforderungen ab.