Lufthansa Piloten wollen 35 Prozent mehr Gehalt
Frankfurt am Main - Mit dem Warnstreik will die Pilotenvereinigung Cockpit die Lufthansa dazu zwingen, in den seit Anfang Februar laufenden Tarifgesprächen ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte Tarifexperte Thorsten Gommert am Montag. Mit massiven Behinderungen sei zu rechnen. Cockpit hat die 4200 Piloten und Copiloten der Lufthansa für diesen Mittwoch zwischen 6.30 und 9 Uhr zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.
Die Lufthansa reagierte verärgert auf die Ankündigung. Sie hält die Arbeitsniederlegungen des Cockpitpersonals für unzulässig. Da die Lufthansa der Pilotenvereinigung Cockpit zugesagt habe, zum nächsten Verhandlungstermin konkrete Vorschläge zur Neugestaltung des Vergütungssystems vorzulegen, gebe es für derartige Aktionen keinen Anlass, stellte das Unternehmen am Montag in Frankfurt am Main fest. Zudem habe die Pilotenvereinigung bislang nur Forderungen in sehr pauschaler Form und unrealistischer Höhe vorgelegt.
Cockpit verlangt durchschnittliche Gehaltserhöhungen von 35 Prozent. Begründet wird die Forderung mit der guten wirtschaftlichen Lage des Konzerns und einem im weltweiten Vergleich niedrigen Gehaltsniveau. Am Wochenende hatte die sich Lufthansa mit der neuen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für das Bodenpersonal auf 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine Ergebnisbeteiligung der Mitarbeiter geeinigt.
An der Börse sorgte die Streikdrohung der Pilotengewerkschaft für Unruhe: Lufthansa-Aktien zählten am Montagabend mit einem Minus von 2,8 Prozent auf 20,20 Euro zu den wenigen Verlierern.