Lufthansa-Rivale Air Berlin kauft LTU
Der Erwerb werde größtenteils durch eine geplante Wertpapieremission aus der Ausgabe neuer Aktien und einer Wandelanleihe mit einem voraussichtlichen Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro finanziert. Dabei würden neue Aktien bis zu zehn Prozent des Grundkapitals ausgegeben.
Erst vor einem halben Jahr hatte Air Berlin den früheren Konkurrenten dba übernommen. Die dba gehörte dem Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der jetzt auch seine Mehrheit an LTU verkauft. Durch die LTU-Übernahme könne Air Berlin nun auch Langstreckenflüge anbieten, erklärte Unternehmenschef Joachim Hunold. Die derzeit wichtigsten LTU-Flugziele sind die Dominikanische Republik, die USA, Thailand, die Kanarischen Inseln, Nordafrika und die Türkei.
Im Europaverkehr sieht Hunold seine Fluglinie durch die Übernahme zum viertgrößten Anbieter hinter Ryanair , AirFrance KLM und Lufthansa aufsteigen. Air Berlin hatte im vorigen Jahr zusammen mit der Tochter dba nach Angaben vom Januar 19,7 Millionen Passagiere transportiert, LTU 5,3 Millionen.
Kooperation mit Condor / TUI fliegt raus
Zugleich kündigte Air Berlin eine Kooperation mit der zum Reisekonzern Thomas Cook gehörenden Fluggesellschaft Condor an. Diese werde nun als so genannter Code Share-Partner an die Stelle der Fluggesellschaften des Reisekonzerns TUI treten. Außerdem will Air Berlin in Kürze eine 49-prozentige Beteiligung an der Schweizer Fluggesellschaft Belair erwerben.
Air Berlin rechnet mit jährlichen Synergien von 70 bis 100 Millionen Euro durch die Übernahme der LTU. Anders als dba soll die Gesellschaft nicht in Air Berlin aufgehen. "Die LTU wird im Air Berlin-Konzern ein rechtlich selbstständiges Unternehmen mit eigener Geschäftsführung bleiben. Auch der Name LTU soll auf absehbare Zeit Bestand haben", erklärte Air Berlin. Im Europa-Verkehr werde es jedoch eine nahtlose Eingliederung der LTU-Strecken in das Air Berlin-Netz geben.
Air Berlin hat 2006 nach zwei Verlustjahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Die im SDax notierte Berliner Fluggesellschaft machte 50,1 Millionen Euro Gewinn nach einem Verlust von 115,9 Millionen Euro im Jahr 2005. Den Umsatz steigerte das Unternehmen um fast 30 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet die Fluggesellschaft ein Passagier- und Umsatzwachstum über dem Branchenschnitt.
Zur Wirksamkeit des Kaufvertrages bedarf es noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes.
mik/Reuters/dpa