Lufthansa-Streik Piloten bereiten Chaos-Tag vor
Neu-Isenburg - Cockpit erwartet während des Streiks bundesweit annähernd 1000 Flugausfälle. Weitere Einzelheiten würden im Laufe des Tages bekannt gegeben, sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern. Dass die Lufthansa-Piloten ihre Arbeit aussetzen werden, stehe nach dem Scheitern der Tarifgespräche "so gut wie fest". "Nur ein Wunder" könnte den Ausstand der Flugkapitäne noch aufhalten, so Fongern.
Die Lufthansa kündigte an, die wichtigsten Verbindungen wie am vergangenen Freitag mit so genannten Management-Piloten aufrechterhalten zu wollen. Für Reisen innerhalb Deutschlands riet das Unternehmen erneut, auf die Bahn umzusteigen.
Die Tarifgespräche waren am frühen Mittwochmorgen nach mehr als zwölf Stunden erneut ergebnislos vertagt worden. Die Lufthansa hatte mitgeteilt, ihren 4200 Piloten 10,6 Prozent mehr Gehalt plus zwei variable Monatsgehälter angeboten zu haben. Cockpit sprach dagegen von angebotenen Einkommensverbesserungen von zwei Prozent über vier Jahre. Die Pilotenvereinigung fordert Gehaltssteigerungen von mehr als 30 Prozent.
Beide Seiten kündigten weitere Dialogbereitschaft an, ein Zeitpunkt für eine Wiederaufnahme der Gespräche ist aber ungewiss. Bereits am Montag hatten beide Seiten rund 12 Stunden lang um höhere Gehälter gerungen.
Für einen Erfolg weiterer Verhandlungen sei ein neues Angebot der Lufthansa "unabdingbar", sagte Cockpit-Verhandlungsführer Michael Tarp. Eine Basis für neue Gespräche könne gefunden werden. Lufthansa-Sprecher Walther sagte, das Unternehmen werde alles dafür tun, um die Auswirkungen des für 24 Stunden angekündigten Arbeitskampfes in Grenzen zu halten.
Am vergangenen Freitag waren beim ersten Streik mehr als 300 Lufthansa-Flüge ausgefallen. Nach Schätzungen kostete die Arbeitsniederlegung rund 40 Millionen Mark. Diesmal könnten es laut Experten bis zu 100 Millionen Mark werden.
Die Deutsche Bahn wird voraussichtlich keine zusätzlichen Züge wegen des geplanten Streiks der Lufthansa-Piloten am Donnerstag einsetzen. "Wir gehen davon aus, dass das Aufkommen mit den planmäßigen Zügen bewältigt werden kann", sagte Bahnsprecherin Birgit Röher. Es stünden aber bundesweit acht bis zehn Sonderzüge bereit, die binnen einer halben Stunde einsatzbereit seien. Beim letzten Streik der Piloten waren keine Ersatzzüge zum Einsatz gekommen.