Lufthansa Streiks noch in den Osterferien?
Frankfurt am Main - Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat nach eigenen Angaben bereits eine Urabstimmung bei ihren Mitgliedern eingeleitet. Die Befragung laufe vom 9. April bis zum 3. Mai, sagte VC-Verhandlungsführer Rüdiger Fach am Dienstag in Frankfurt. Allerdings seien Warnstreiks auch in den Osterferien nicht ausgeschlossen.
Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow betonte, die Lufthansa sei weiterhin gesprächsbereit: "Wir fordern die Vereinigung Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren." Am Montagabend hatte die VC, die für rund 4200 Piloten und Copiloten der Lufthansa die aktuellen Tarifverhandlungen führt, die Gespräche in der vierten Tarifrunde für gescheitert erklärt.
Fach bezeichnet das Angebot der Lufthansa dagegen als Mogelpackung. Für die gesamte Laufzeit werde danach eine jährliche Erhöhung von 2,9 Prozent erzielt. Dazu komme der Inflationsausgleich. "Für die geplante Strukturveränderung wird damit nichts getan", erklärte er. Die Gehälter für die Piloten bei der Lufthansa liegen nach Angaben der VC unter denen vergleichbarer Konkurrenz-Gesellschaften.
In einem ersten Angebot hatte die Lufthansa vorgeschlagen, die Vergütungen des Cockpit-Personals in diesem Jahr zwischen 10 und 16,7 Prozent zu erhöhen. Das Modell sollte eine Laufzeit von vier Jahren haben. Danach sollte das Grundeinkommen in diesem Jahr um durchschnittlich 3,5 Prozent steigen, in den Folgejahren jeweils in Höhe der Inflationsrate. Hinzu kommen sollte eine leistungsabhängige variable Vergütung von einem Monatsgehalt für dieses Jahr. Die Lufthansa hatte es am Abend abgelehnt, ein zweites, nachgebessertes Angebot vorzulegen, wie von der Vereinigung gefordert.
Die VC fordert Einkommenserhöhungen von im Schnitt mehr als 30 Prozent und hatte bereits in der vergangenen Woche mit einem Warnstreik der Piloten für Druck gesorgt, wodurch bei der Lufthansa zahlreiche Flüge ausgefallen waren. "Die Kollegen sind sehr enttäuscht", sagte Fach zu dem Lufthansa-Angebot. Eine deutliche Erhöhung sei zwingend notwendig. "Wir haben mit Schrecken festgestellt, was bei der Lufthansa von unserer Forderung übrig geblieben ist. Das ist eine Provokation", sagte er. Bis zum Abschluss der Urabstimmung könne es aber noch Gespräche geben.
Die Lufthansa kritisierte die Haltung der Vereinigung: Jachnow bestätigte erneut sein Unverständnis, dass die Verhandlungen gescheitert seien. Zunächst müsse das vorgelegte Angebot verhandelt werden. Die Vereinigung müsse nun erklären, warum das Angebot nicht ausreicht.